12. Mai, Etappe von Ventenac-en-Minervois nach Carcassonne.

Da ich die ursprüngliche Strecke umgeplant hatte, sie dadurch deutlich weniger Kilometer haben sollte, startete ich heute morgen erst um 09.00 Uhr. Ich wollte entlang des Canal du Midis über Trèbes nach Carcassonne fahren, dort noch im Intersport ein paar Dinge besorgen und dann zum Campingplatz nach Palaja weiterfahren.

Das Wetter war herrlich, sonnig, etwas windig und Regen wurde nicht angekündigt. Der erste Teil der Strecke, die ich von den Touren 2018/19 bereits kannte, verlief erwartungsgemäß gut. Natürlich musste ich mich erst wieder daran gewöhnen, mit vollem Gepäck zu fahren und daran, dass ein Anhänger hinten mitlief.

Die erste außerplanmäßige Streckenänderung gab es dann hinter Argen-Minervois. Der Radwanderweg war dort gesperrt, wegen Bauarbeiten. Ich hatte nun die Möglichkeit, auf die Route Départemental auszuweichen oder einen anderen Radwanderweg zu nehmen. Die Hauptstraßen mied ich, wann immer es ging, und diese hier besaß auch keinen Seitenstreifen, auf dem ich gefahrlos hätte radeln können.Klatschmohn auf einer Wiese

Also nahm ich einen Umweg durch die Hügellandschaft in Kauf, zudem war sie auch schön zu fahren und mit wenig Verkehr. Als ich jedoch wieder am Kanal ankam, sah ich schon die nächste Baustelle und Sperrung. Ein Arbeiter sagte mir, dass der gesperrte Abschnitt bis fast nach Marseillette reichte. Ich fand auch hier einen alternativen Radweg, doch der führte mich weit aus meiner geplanten Richtung und bedeutete schlussendlich, als ich hinter Marseillette ankam, eine mehr als zweitstündige Verspätung.

Mein Plan, bis Carcassonne zu fahren, wo ich im Baumarkt und Intersport noch einkaufen wollte, und danach erst zum Campingplatz in Palaja, zerschlug sich daher. Einen Bricomarché fand ich auch in Trèbes, wohin ich etwa noch eine Stunde brauchte. Ich beschloss, von da aus zum Campingplatz zu fahren. Das sollten, laut Google Maps nur elf Kilometer sein.

Bis ich diese in Angriff nehmen konnte war es bereits siebzehn Uhr vorbei. Nachdem ich Trèbes hinter mir gelassen hatte, wurden die Wege deutlich schlechter. Und vor allem steiler. Streckenweise musste ich absteigen und schieben, sei es, weil ich keinen Platten auf dem groben Schotter riskieren wollte, oder wegen meines Asthmas, denn es ging bereits hier ordentlich bergauf. Das gesamte Gepäck besitzt ein Gewicht von etwa 15 Kilo, die wollen ja irgendwie bewegt werden! Mein Tempo war jedenfalls sehr langsam und dann bekam ich auch kein Netz mehr, sodass ich quasi im Blindflug unterwegs war.

Natürlich verfuhr ich mich grandios und natürlich wurde das Wetter schlecht. Ein Sturm zog auf, so schnell, dass ich mir keine Zeit blieb, irgendwo einen Unterschlupf zu finden. Die heftigen Böen machten das Vorwärtskommen zusätzlich schwer. Irgendwann erreichte ich den Rand eines Ortes, wusste aber nicht, wo ich mich eigentlich befand und das Netz war weiterhin zu schlecht, als dass ich Google befragen konnte. Ein Passant, den ich fragte, sagte es mir dann. Die Siedlung lag am Rande des Gewerbegebietes von Carcassonne. Ich war also irgendwo in den Hügeln falsch abgebogen und in die komplett gegensätzliche Richtung gefahren. Der Campingplatz fiel jetzt natürlich flach, zudem war es schon neunzehn Uhr, es galt ja immer noch die Ausgangssperre.

Ich machte mich daher auf die Suche nach einem passenden Zeltplatz für diese Nacht. Es goss immer noch wie aus Kannen und natürlich jetzt kaum noch Menschen an. Zwei Versuche, einen Platz zu finden, ich fragte zwei Hausbesitzer, schlugen fehl. Erst eine Stunde später fand ich einen, sogar gut geschützten, Platz und krabbelte eine halbe Stunde später müde in mein Zelt.

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