13. Mai, Etappe von Carcassonne nach Villepinte

Nach einer etwas unruhigen Nacht, es goss weiterhin wie aus Kannen, doch hatte ich einen überdachten Unterschlupf gefunden, brach ich nach einem Kaffee und immer noch müde von der gestrigen Etappe wieder auf. Das Ziel war Mirepoix, auf dem dem dortigen Camingplatz wollte ich ursprünglich nur eine Nacht bleiben, aber der Wetterbericht sagte ab Freitag Sturmböen bis 80 kmh vorher und heftige Gewitter. Zudem sollte sich das schlechte Wetter bis Montag halten. Keine guten Aussichten.

Für heute jedoch sollte es noch schön sonnig und warm werden, wenn auch ganz schön windig. Mein erstes Ziel auf der Strecke war der Decathlon, wo ich noch weitere Ausrüstung erstehen wollte. Zwar waren wegen des Feiertages die meisten Geschäfte geschlossen, der Decathlon hatte glücklicherweise geöffnet, wenn auch nur die Fahrradabteilung für die Radtouristen.

Danach war es fast schon Mittag, bis sich auf die eigentliche Strecke fuhr. Da ich natürlich keine Hauptstraßen nehmen wollte, führte mich die Route im Zickzack erst zurück an die Aude, dann über kleine Dörfer und Weiler wie Lavalette und Arzens nach Montréal. Nicht das in Kanada! Hier gab es einen kleinen Campingplatz, der wegen Corona jedoch geschlossen blieb.

Durch die langen Anstiege bis hierher, die ich teilweise laufend bewältigte – Asthma und mehr als 15 Kilo Gepäck vertragen sich nicht sonderlich gut – geriet nicht nur mein Zeitplan in Gefahr. Bis Mirepoix waren es noch knapp 30 Kilometer, die ich auf keinen Fall heute mehr schaffen würde. Dazu noch die düstere Wetterprognose … So sehr ich die Strecke mindestens bis Foix, die ich vor acht Jahren zusammen mit meinem Pferd gewandert war, befahren wollte: Meine Lungen waren deutlich anderer Ansicht.

Daher fällte ich die Entscheidung, an den Canal du Midi zurückzufahren. Dort würde ich auch leichter einen Zeltplatz für die Nacht finden, denn der nächstgelegene Campingplatz in Castelnaudary öffnete seine Pforten erst am 1. Juni. Von Montréal aus winkte ich den Bergen noch einmal zu und radelte dann – abwärts, Gott sei dank – über Bram an den Kanal. Hinter der Schleuse von Villepinte fand ich eine ruhigen und wettergeschützten Platz zum Zelten.

Tagesetappe 13. Mai

Kaum hatte ich alles aufgebaut, fing es auch schon wieder an zu regnen. Müde krabbelte ich ins Zelt, aß eine Suppe und etwas Brot und kroch dann in den Schlafsack. Morgen wollte ich, da das Wetter anhaltend schlecht bleiben würde, auf den nächstgelegenen Campingplatz bei Avignonet-Lauragais fahren und bis Montag bleiben.

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