20. Mai, Etappe von Montgiscard nach Montech

Nach vier Tagen Pause, das Wetter war unterirdisch schlecht mit Dauerregen, Kälte und Wind, ging es heute weiter auf die nächste Etappe. Um 9.00 startete ich bei noch recht frischen 13 Grad, aber blauem Himmel und Sonne pur. Ziel sollte der Campingplatz in Montech sein. Ich hatte die Pause genutzt, noch einiges am Fahrrad zu schrauben und in diesem Jahr begleitete mich ab heute auch ein kleiner Computer am Lenkrad. Er misst die gefahrene Strecke, die Zeit, die Geschwindigkeit und einiges mehr. Bislang hatte ich die Kilometerzahl pro Etappe von Google Maps genommen oder die Angaben auf den Hinweisschildern der Radwanderwege. Wirklich genau war das aber nie.

Natürlich wäre so ein Computer plus Kartennavigation das Nonplusultra gewesen, aber 300 Öcken kann ich nicht dafür locker machen. Vielleicht nächstes Jahr. Ich war schon froh, dass ich mir in diesem Frühling einiges neu kaufen konnte, unter anderem einen neuen Laptop der wesentlich leichter, schneller und mit längerer Akkulaufzeit ausgestattet ist, als der alte.

Bis Toulouse ging es noch eher langsam voran, da der Weg teilweise recht holprig war. Durch die Stadt durchzufahren, immer entlang des Kanals, gestaltete sich in diesem Jahr flüssig, da keine Baustellen zu Umwegen zwangen. Der Kanal führte am Bahnhof vorbei, durch das Universitätsviertel zum Hafen, wo der Canal du Midi endet und der Canal lateral a la Garonne beginnt. Zusammen bilden sie den Canal de deux mer und auch der Radwanderweg heißt so.

20. Mai, Etappe von Montgiscard nach Montech

Man merkt, dass der zweite Kanal später gebaut wurde, denn er ist deutlich begradigter und breiter, während der Canal du Midi – Baubeginn 1647 – gewundener und mehr einem natürlichen Lauf folgt. Dafür lässt es sich aber auf dem Radwanderweg zügig fahren. Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal – seit einigen Jahren – sind die Platanen, die den Kanal säumen. Ab Carcassonne bis nach Bezier mussten fast alle Bäume gefällt werden, wegen einer Pilzerkrankung, während in der Gegenrichtung die meisten nich stehen. Diese alten Bäume bieten nicht nur einen wunderschönen Anblick, vor allem im Frühling und Herbst, sie spenden auch im Sommer reichlich Schatten.

Die Strecke verlief über Blagnac, Saint-Jory, Pompignan, Saint-Justice und Montbartier nach Montech. Den Campingplatz dort fuhr ich in diesem Jahr zum ersten Mal an. Andere Radwanderer traf ich viele an – fast alle fuhren gen Süden – dennoch war es noch recht still auf dem Radweg. In der Hochsaison sieht das schon anders aus. Vor allem in Toulouse kommt man dann nur noch im Schritttempo voran!

Mit einigen Pausen kam ich gut voran und erreichte Montech um 16.00. Gefahrene Kilometer: 77. Der Campingplatz ist günstig – 7,50 pro Nacht für Radwanderer – und sehr schön ausgestattet. Es gibt sogar einen Waschplatz für Fahrräder, den ich morgen nutzen werde. Einen Tag bleibe ich hier und kann dann auch noch an meinem aktuellen Manuskript arbeiten.

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