06. Juni, Etappe von Gradignan nach Margaux

Wie geplant brach ich um 9.00 auf, damit ich genug Zeit hattte, Bordeaux zu besichtigen und um rechtzeitig noch die Fähre nach Blaye zu erwischen. Die letzte geht um 19.00 von Lamarque nach Blaye. Gesamtstrecke laut Google etwa 50 Kilometer. Das war durchaus zu schaffen. Dachte ich.

Es kostete mich allerdings bereits statt einer Stunde zur Uferpromenade von Bordeaux locker zweieinhalb. Der Grund wahren zahlreiche Baustellen, bei denen auch die Radwege gesperrt waren. Ich musste also viele Umwege fahren und erreichte den Bahnhof erst um 11.30. Durch die Altstadt ging es dann zu Fuß weiter. Zum einen, weil ich viele Fotos schoss, zum anderen weil es höllisch voll war, obwohl die Hauptsaison noch nicht begonnen hat.

Vom Bahnhof aus arbeitete ich mich langsam vor. Erst den Grosse Cloche, einen historischen Glockenturm, danach den Place de la Bourse und zum Schluss das Monument aux Girondins. Dazwischen ganz viel Altstadt. Zwei Märkte habe ich auch besucht, dachte, ich könnte mir was zum Essen auf die Hand holen, aber Himmel, da sind die Menschen sich ja gegenseitig auf die Füße getreten oder standen Schlange an den Imbissständen!

Ich begnügte mich also mit meinem Reiseproviant, legte eine kurze Pause ein und radelte dann weiter und aus Bordeaux raus. Das gestaltete sich allerdings schwieriger als gedacht. Der Radwanderweg zur Fähre nach Lamarque war grottenschlecht ausgeschildert, sodass ich ich zwischendurch immer wieder mit Google Maps meinen Weg suchen musste. Das kostete natürlich Zeit. Zudem war das Gelände hügelig, was mein Reisetempo bremste.

06. Juni, Etappe von Gradignan nach Margaux

Als ich dann endlich auf den Radwanderweg gelangte, wusste ich schon, dass ich es bis zur Fähre nicht schaffen würde. Ich hoffte daher, irgendwo einen akzeptablen Schlafplatz zu finden. Da der Radweg entlang einer Straße führte, würde das nicht so einfach werden, außerdem sind die Wälder ohnehin tabu fürs Campen wegen der Brandgefahr durch offenes Feuer. Die Gendarmerie kontrolliert auch streng und Ärger mit der Polizei wollte ich natürlich vermeiden.

Um 18.30 fuhr ich an einem Haus mit Grundstück zwischen Arsac und Margaux vorbei, wo gerade eine kleine Familienfeier stattfand. Ich fragte nach einem Platz, wo ich mein Zelt aufbauen könnte et voilà: Der Schlafplatz für diese Nacht war gefunden! Ich durfte sogar duschen und wurde zum Abendessen eingeladen. Sehr liebe Menschen, die ich da getroffen habe. Morgen geht es dann gemütlich die restlichen 12 Kilometer zur Fähre weiter.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.