08. Juli, Etappe von Givrand nach Notre-Dame-de-Monts

Gefahrene Kilometer: 34,35

Nach einer ruhigen Nacht gönnte ich mir an der Bar einen Kaffee – frisch aufgebrühter ist eine wohltuende Abwechslung vom löslichen – der allerdings so stark war, dass er auch Tote aufgeweckt hätte, packte ich meine Sachen. Weder der wolkenverhangene Himmel, noch der Wetterbericht waren ermutigend, aber ich hatte ja auch für diesen Abend schon einen Zeltplatz reserviert und zudem war die Etappe heute eher kurz.

Ich startete um kurz vor zehn Uhr und fuhr zurück auf den Radwanderweg. Die Strecke führte mich heute über Saint-Gilles-Croix-de-Vie nach Notre-Dame-de-Monts. Der Campingplatz lag 2 Kilometer dahinter. Und auch heute verlief der Radwanderweg abwechslungsreich mal ander Küste entlang, mal durch Orte hindurch und natürlich auch durch Kiefernwälder mit Buckelpiste inklusive.

Wie jedesmal, wenn ich durch die Küstenstädte radele, kann ich nur den Kopf schütteln über die schreckliche Architektur der Hotels, auch Touristenbunker genannt. Sie verschandeln – meiner bescheidenen Mainung nach – echt die gesamte Landschaft und sind so hässlich wie die Nacht dunkel.

08. Juli, Etappe von Givrand nach Notre-Dame-de-Monts

Vor allem Saint-Gilles-Croix-de-Vie glänzte mir diesen Bauten. Zwischendurch tauchte dann mal ein Haus oder eine Kirche dazwischen auf, die mit ihrem mittalterlichen Baustil wie aus der Zeit gefallen wirken. Der große Touristensturm scheint aber noch auszubleiben. Strände, Bars und Restaurants waren leer oder wenig besucht. Da das Wasser des Atlantiks durch die anhaltend kühlen Temperaturen natürlich wenige Badewillige anlockt, vergnügen sich diese lieber in den geheizten Hallenbädern auf den Campingplätzen. Der Geruch nach Chlor stieg mir oft in die Nase, wenn ich an ihnen vorbeiradelte.

Die meisten Radwanderer ließen sich aber nicht von dem nassen und kühlen Sommer abschrecken. Wie bisher auch, fuhren die meisten von ihnen nach Süden und auf dem Radwanderweg herrschte lebhafter Verkehr. Gelegentlich erblickte ich am Straßenrand oder auf den Parkplätzen auch deutsche Autokennzeichen. Berlin, Ulm, München, Wesel … Seltener sieht man Touristen aus Russland oder Irland. Auf den Campingplätzen herrschen momentan noch aus dem Ausland die Niederländer und Belgier vor.

Der letzte Abschnitt der Strecke verlief wieder durch den Wald, was eine Menge Steigungen bedeutete. Anstrengend für mich, aber ich konnte mir ja heute Zeit lassen. Tatsächlich traf ich bereist um 15.00 Uhr am Ziel ein: Camping Orgatte. Der Zeltplatz lag mitten im Wald, war mit 8 € sehr günstig und gut ausgestattet. Es gab Picknickplätze für Radwanderer, einen Foodtruck, eine Waschmaschine  und natürlich die sanitären Anlagen, die sehr sauber waren. Ich nutzte auch gleich die frühe Ankunft, um meine Klamotten und Schlafsachen mal wieder in die Waschmaschine stecken zu können. Bei dem Wetter – das hatte sich ab Mittag deutlich gebessert – würde bis zum Abend alles trocknen können.

Morgen erwartete mich eine deutlich längere Strecke, aber ich plante ohnehin einen Tag Pause auf dem nächsten Campingplatz ein, da am Samstag viel Regen gemeldet wurde. Mir macht es nichts aus, bei Regen zu wandern oder zu reiten – mit meiner Araberstute Ameera war ich wirklich bei Wind und jedem Wetter unterwegs – aber ich hasse Fahrradfahren im Regen! Erst recht, wenn es dazu auhc noch windig ist. Wenn es meine Finanzen also erlauben, setzte ich Regentage lieber aus.

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