Halbzeit und Resümee der bisherigen Tour

Nach bisher gefahrenen knapp 2800 Kilometern und etlichen Pannen und Schwierigkeiten, hier mal ein Resümee:

Schon der Tourstart in diesem Jahr stand unter einem schlechten Stern. Das Wetter zeigte sich fast von Beginn an wechselhaft, teils stuermisch und zu kalt. Dazu kamen diverse Pannen an Fahrrad und Anhaenger. Wirklich Sommer hatte ich nur auf den Etappen von Montech bis Bordeaux, wobei es auch in der Zeit im Mai eine Woche durchgeregnet hat. Mit wenig sommerliche Temperaturen. Dann noch von Bordeaux bis nach La Rochelle. Ab da hatte die Wettergoettin scheinbar beinahe durchweg schlechte Laune.

Das naechste Problem war mein Zelt. Obwohl ich mit der Marke McKinley bisher gute Erfahrungen gemacht hatte, erwischte ich mit diesem Modell ein qualitativ minderwertiges Zelt. Die ersten Stange brachen bereits nach 6 Wochen Gebrauch, die Belueftung, vor allem bei warmen Wetter, faktisch nicht vorhanden. Trotz Reparaturhuelsen und dem Auswechslen zweier tragender Stangen, musste ich das Zelt im August dann endgueltig entsorgen und kaufte ein Notzelt fuer 25 € beim Decathlon. Mehr gab mein Budget einfach nicht her und bislang erfuellt es seinen Zweck.

Im Juli geschah das, wovor ich immer den groessten Horror hatte: Mein Laptop – ein HP Envy fuer knapp 1000€, gerade mal 4 Monate alt – gab von einer Minute zur naechsten den Geist auf. Was danach passierte, die versemmelte Reparatur und das immer noch andauernde Warten auf die Rueckestattung des Kaufpreises von Amazon, konntet ihr ja auf diesem Blog mitverfolgen. Ich kaufte, um ueberhaupt wieder arbeiten zu koennen, einen guenstigen Laptop, aber der Schaden war bereits angerichtet. Nicht nur, dass ich fast 3 Monate weder Manuskripte schreiben, oder Designauftraege annehmen konnte, ich verlor auch wichtige Dateien, denn der Reparaturservice loeschte die Festplatte. Fuer mich das absolute Worst-Case-Szenario, welches mir passieren konnte. Ausser einem Unfall.

Dank der Spenden von einigen Twitter-Usern – an dieser Stelle nochmal ein riesengrosses Dankeschoen an euch! – kann ich wenigstens Campingplaetze und essen bezahlen. Ich hoffe, dass ich bald Auftraege bekomme und Amazon endlich das Geld ueberweist.

Wie sehe nun meine Plaene fuer den Winter aus? Ein festes Quartier oder zwei bis drei Monate auf einem Camingpplatz sind heuer leider nicht bezahlbar. Ich werde also auch im Winter unterwegs sein, was bedingt, dass ich in den Sueden fahre. Eis und Schnee vertragen sich nicht gut mit Radwandern und einem Leben im Zelt. Zwei Moeglichkeiten bieten sich mir:

  • Ich fahre ans Mittelmeer, dann wieder den Canal de deux mer bis vor Bordeaux. Weiter ueber die La velodyssee nach La Rochelle und von da aus ueber einen anderen Radwanderweg nach Niort und zurueck an die Loire. Vor Nantes gibt es einen guenstigen Camoingplatz, der das ganze Jahr ueber geoeffnet hat. Geschaetzt wuerde ich da, je nach Wetter ud Reisetempo, so zwischen Mitte Dezember und Anfang Januar eintreffen.
Route Herbst/Winter Frankreich
  • Wie bei oben auch bis ans Mittelmeer nach Arles. Von da aus ueber Narbonne, Perpignan und Barcelona nach Spanien. Das waere dann der EuroVelo 8, der bis Cadiz fuehrt. Von da aus dann ueber Portugal nach Frankreich.
Route Herbst/Winter Spanien

Im Wesentlichen richtet sich die Entscheidung nach meinem Budget, sobald ich am Mittelmeer angelangt bin. In Spanien war ich noch nie, habe also keine Ahnung, wie das dort mit Wildcampen und so aussieht, denn auch dort werden viele Campingplaetze im Winter geschlossen sein und Hotels sind so oder so fuer mich nicht bezahlbar.

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