24. Oktober, Etappe von Fontaines-sur-Saône nach Condruit

Bei knackigen 2 Grad und Hochnebel brach ich am nächsten Morgen auf. Leider hatte sich schon gestern die besiegt geglaubte Grippe zurückgemeldet mit Halsschmerzen, Kopfschmerzen und laufender Nase. Super. Die heutige Etappe würde deutlich länger werden, je nachdem, wo hinter Lyon ich einen Schlafplatz finden würde.

Die Via Rhona bin ich bereits 2018 von Lyon aus gefahren und hatte keine guten Erinnerungen an die Durchquerung diese Stadt. Der Radweg war praktisch nicht vorhanden, oder auch nur eine Beschilderung. Deswegen hatte ich diese Etappe auch auf den Sonntag gelegt, da war wenigstens kein Schwerlastverkehr unterwegs.

Doch ich wurde positiv überrascht. Seit 2018 hatte sich viel getan! Ich konnte fast durchgehend auf abgesicherten und gut beschilderten Radwegen die Stadt entlang der Saône und dann der Rhone fahren. Zum Besichtigen blieb leider keine Zeit, da ich damit rechnete, mindestens bis Givors fahren zu müssen, um einen Schlafplatz zu finden.

24. Oktober, Etappe von Fontaines-sur-Saône nach Condruit

Ein schwieriges Teilstück erwartete mich ab Givors. Die alte Strecke war nicht mehr ausgeschildert, stattdessen gab es eine provisorische Streckenführung. Sie führte über die Rhone, den Rhone-Kanal und dann auf einem unbefestigten, aber noch gut befahrbaren, Weg am Kanal entlang. Danach ging es steil bergauf, durch einen Eisenbahntunnel und erneut bergauf. Bis Chasse-sur-Rhone wurde der Weg dann allerdings abenteuerlich! Er bestand nur aus einer Schneise durch den Wald, wechselweise aus Schotter, groben Geröll und Ästen. Ich hatte die größte Mühe, da mein Gespann drüber zu kriegen, zumal es auch hier ordentliche Steigungen gab.

Ich war nicht die Einzige, die sich hier abmühte. Thomas aus Lüneburg war ebenfalls unterwegs in den Süden und wollte bis Montpellier fahren. Er half mir über ein besonders schwieriges Wegstück mit dem Fahrrad und Anhänger. Später traf ich ihn dann noch einmal.

Nachdem der Radwanderweg erneut die Rhone überquert hatte, wurde es leichter, zu fahren, doch nur einige hundert Meter weiter bemerkte ich, dass der der rechte Reifen vom Anhänger platt war. Ein großer Dorn – ein Andenken an den Waldweg – hatte sich in den Reifen gebohrt. Mit Flicken hielt ich mich nicht auf, ich tauschte nur den Schlauch aus.

Ab hier begann ich allmählich, nach einem passenden Zeltplatz zu suchen, doch fündig wurde ich erst kurz vor Condruit. Ich schlug mein Lager neben einem Campingplatz auf, der seit 2 Jahren geschlossen war. Insgesamt hatte ich 62 Kilometer zurückgelegt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.