07. November, Etappe von Tournon-sur-Rhône nach Cruas

Diese Etappe würde deutlich länger werden, daher brach ich bereits um 09.00 auf. Wie am Tag zuvor war es windig, kalt und der Himmel grau. Es sollte im Laufe des Tages aber sonniger werden, allerdings waren auch Böen bis zu 60 km/h vorhergesagt. Der Mistral lief sich wohl schon mal warm.

Die erste Teilstrecke führte nach Valence. Leider blieb mir – wie schon 2018 – keine Zeit, diese Stadt zu besichtigen. Da es Sonntag war, fand ich auch kein Café, welches vor 12.00 geöffnet hatte. Einige Restaurants schon, aber da kostet ein Kaffee auch gerne mal 4 € oder mehr. Also verwarf ich meinen Plan, ein zweites Frühstück einzulegen und trat wieder kräftig in die Pedale.

Mittlerweile war der Himmel beinahe wolkenlos, aber der Wind frischte immer mehr auf. Da der Mistral von Norden her weht, hatte ich ihn dankenswerterweise meistens im Rücken. Meistens. Da, wo der Radweg von der Rhône abwich, und durchs Land führte, bekam ich ihn unangenehm zu spüren. Gefährlich war da die Überquerung von Brücken. Vor allem die lange und hohe Bogenbrücke hinter Valence. Da pfiff der Wind derart heftig von der Seite, dass er sogar mein schweres Gespann wegschob! Glücklicherweise war der Radwanderweg zur Fahrbahn hin mit Planken abgesichert.

07. November, Etappe von Tournon-sur-Rhône nach Cruas
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Hinter dieser Brücke führte der Radweg durch Soyons, wo am 7. Oktober direkt ein 27jähriger Radwanderer ermordet wurde. Der junge Mann hatte an der ViaRhôna biwakiert und Spaziergänger fanden ihn am nächsten Morgen schwer verletzt. Er starb noch im Krankenhaus. Der oder die Täter wurden bis jetzt noch nicht gefasst.

Ursprünglich hatte ich vorgehabt, ebenfalls hier zu biwakieren. Als ich jedoch von dem Mord erfuhr, änderte ich meine Pläne. Lieber eine längere Etappe fahren und sicher schlafen. Wenn ich allerdings am Mittelmeer ankomme, muss ich biwakieren, einfach, weil alle Campingplätze geschlossen sind und Hotels weit außerhalb meines Budgets liegen.

Die erste und einzige Pause gönnte ich mir dann in Beauchastel in einem Café. Der Kaffee schmeckte leider nur mäßig und der Besitzer der Bar stand auf laute Musik. Außer mir war auch kein Gast da. Ich blieb daher auch nur eine halbe Stunde – bevor meine Ohren taub werden konnten – und nahm dann die restlichen Kilometer in Angriff. Die waren gut zu fahren und ich erreichte de Campingplatz um 16.30. Da der Wetterbericht für den nächsten Tag Böen bis zu 80 km/h meldete, buchte ich für 2 Nächte.

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