12. November, Etappe von Avignon nach Beaucaire

In dem Wissen, dass das für längere Zeit der letzte Campingplatz war, gönnte ich mir nach den langen Etappen der vergangenen Tage einen ruhigen Vormittag, lud alle Geräte noch einmal auf und brach dann um 11.30 zur nächsten Etappe auf. Die sollte heute nach Beaucaire in die Camargue gehen.

Der Radwanderweg bot einen Mix aus autofreien Abschnitten mit längeren Strecken entlang von kleineren Straßen. War es anfangs noch sonnig, so bewölkte sich der Himmel ab Aramon zusehends und hinter Montfrin regnete es sogar leicht. Bei 18 Grad und Windstille aber kein Problem.

Ich erreichte Beaucaire um 16.30 und plante, mir auf der Strecke nach Saint Gilles einen Schlafplatz zu suchen. Eine halbe Stunde vor Einbruch der Dunkelheit fand ich ihn neben einem großen Hof. Ich fragte die Bewohner um Erlaubnis, bekam sie und die Nacht war somit gerettet.

12. November, Etappe von Avignon nach Beaucaire

In den nächsten Tagen wird es nicht einfach werden. Nicht nur, weil mein Budget so gut wie aufgebraucht ist. Zum einen habe ich jetzt auch noch ein Problem mit dem Provider meiner Telefonkarte. Der hat nämlich, obwohl der Tarif am Montag abgebucht worden ist, die Karte nicht zurückgesetzt. Sie zeigt immer noch den Datenerbrauch von Oktober an. Da das am Limit ist, wird die Karte bald deaktiviert, bis 6. Dezember. Ohne Mobilfunknetz und Internet bin ich natürlich dann komplett aufgeschmissen und eine zweite Karte kann ich mir nicht leisten. Nur an den Touristenbüros, sofern sie außerhalb der Saison geöffnet haben, kann ich kostenloses WLAN nutzen. Ntürlich habe ich den Support bereits kontaktiert aber noch keine Rückmeldung erhalten. In diesem Jahr geht echt alles schief, was nur schieflaufen kann.

Das zweite größere Problem werden die Etappen bis Agde sein, wo ich auf de Radwanderweg am Canal du Midi wechsele. Bis dahin aber wird es nicht einfach sein, einen Schlafplatz zu finden. Die Landschaft besteht ab Aigues-Mortes aus Salinen, Sümpfen und den Weiden für die Camargue-Pferde und Stiere. Auch an der Küste entlang wird es problematisch, denn da verläuft der Radwanderweg zwischen Meer und Küstenstraße. Ich bin diese Strecke noch nie so spät im Jahr gefahren, wo schon die kürzeren Tage eine andere Etappenplanung erfordern als im Sommer.

Okay, Planung ist vielleicht etwas hochtrabend dafür, dass ich eigentlich nur noch einen Tag nach dem anderen versuche zu bewältigen! Schlafplatz, Strom, Wasser und etwas zu Essen sind momentan die Prioritäten.

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