13. November, Etappe von Beaucaire nach Aigues-Mortes

Bis auf den Straßenlärm verbrachte ich eine ruhige Nacht, trank rasch einen Kaffee und brach um 9.00 wieder auf. Meine Wasservorräte waren beinahe aufgebraucht, ich musste also dringend auf der Strecke nach einer Möglichkeit suchen, sie wieder aufzufüllen. Normalerweise an öffentlichen Toiletten, oder ich frage an Bauernhöfen oder Wohnhäusern nach. Wasser in Plastikflaschen kaufe ich nur, wenn es gar nicht anders geht. Tja, aber heute gestaltete sich der Teil mit dem Wasser sehr schwierig. Der Radwanderweg führte durch die Camargue, wunderschön aber ohne einen Ort zu durchqueren. Saint-Gilles, mein ursprünglich geplanter Anlaufpunkt für Wasser und eine Pause lag zu weit weg – in Anbetracht der Kilometer, die ich noch zu fahren hatte.

Gott sei Dank war es kein Sommer mehr, denn mit nur noch einem Liter Wasser wäre das ungut gewesen. Doch auch so merkte ich, trotz der Äpfel, die ich unterwegs aß – es gab hier genug Falllobst – wie meine Kehle erst trocken wurde und dann allmählich zuschwoll. Ich trat also fester in die Pedale, denn der der nächste Ort war erst wieder Gallician, das bedeutete noch mal 18 Kilometer.

13. November, Etappe von Beaucaire nach Aigues-Mortes

Glücklicherweise gab es vorher noch das Centre de Scamandre, ein Naherholungsgebiet mit Picknickplätzen und – ja, einer Toilette! Endlich Wasser. Ich füllte alle Flaschen auf, legte eine Pause ein und nahm dann die restlichen Kilometer bis Aigues-Mortes unter die Räder.

Ich erreichte den Ort um 16.00 Uhr, machte einen kurzen Abstecher in einen Supermarkt, um noch eine Gaskartusche für meinen Gaskocher zu kaufen. Danach belief sich mein gesamtes Vermögen noch auf ganze 14 €. Mit den Lebensmitteln, die ich in Avignon gekauft hatte, kam ich vermutlich – wenn ich sparsam war – bis zum nächsten Sonntag aus. Vielleicht auch einige Tage länger. Geld (Buchtantiemen) kommt erst am 29. November wieder herein. Das restliche Bargeld brauche ich für Bars oder Cafés, in denen ich einen Kaffee trinken und Laptop und Smartphone in der Zeit aufladen kann. Es wird also verdammt eng diesen Monat, es sei denn, es kommt noch ein Auftrag herein.

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