14. November, Etappe von Aigues-Mortes nach Frontignan

Allmählich merkte ich, dass ich keine 25 mehr bin. Die einzelnen Etappen so durchzufahren, ohne einen oder zwei Tage Pause einlegen zu können, schlauchte mich ganz schön. Gestern jedenfalls kroch ich bereits um 21.00 in den Schlafsack. Dafür war ich morgens um 5.00 hellwach. Ich gönnte mir zwei Tasse Kaffee und ein kleines Frühstück, schrieb ein halbes Kapitel im aktuellen Manuskript und war um 8.30 startklar. Da der Wetterbericht für Montag Regen vorhergesagt hatte, wollte ich heute so dicht an Sète heranfahren, wie ich es schaffen konnte. So hätte ich dann bis Agde nur noch etwa 32 Kilometer und bis Portiragne am Canal du Midi noch einmal 17. Dort gibt es einen kleinen Hafen mit Picknickplätzen, die von riesigen Schirmpinien überdacht werden.

Die heutige Strecke führte mich ans Mittelmeer über Grau-du-Roi, La Grande-Motte, Carnon, Mireval, Vic-la-Gardiole und Frontignan. Links und rechts des Radwanderweges erstreckten sich Seen, Sümpfe und – natürlich – das Meer. Überall gab es Haltepunkte, von denen man die zahlreichen Wasservögel beobachten und fotografieren konnte. Reiher, Möwen und vor allem: Flamingos.

14. November, Etappe von Aigues-Mortes nach Frontignan
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In Carnon fand ich endlich eine öffentliche Toilette, die nicht chemisch betrieben wurde. Bei denen gibt es nämlich kein Wasser mehr. Hier aber konnte ich meine Wasserflaschen wieder auffüllen. Ein Apfel diente als Mittagessen. Meine Vorräte müssen so lang reichen, wie möglich, denn einkaufen ist jetzt nicht mehr drin, nachdem ich gestern noch die Gaskartusche gekauft hatte. Die restlichen 14 € brauche ich für die Cafés und Bars, in denen ich alle zwei bis drei Tage mein Handy und Laptop aufladen muss. Kommen keine Aufträge, wir es richtig eng, denn Geld kommt erst Ende des Monats wieder rein.

Von Carnon aus ging es über Mireval bis Vic-la-Gardiole durch die Weinberge und dann wieder zurück an die Küste. Der Himmel bewölkte sich zusehends und ich schätzte, dass es bereits heute Abend regnen könnte. Bis dahin wollte ich einen Zeltplatz gefunden haben. Hinter Frontignan bot sich eine Wiese neben dem Fußballplatz an, die der Gemeinde gehörte. Und kaum hatte ich mein Zelt aufgebaut, kam auch schon der erste Schauer runter. Ich hoffe, dass es morgen nicht allzu nass wird.

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