15. November, Etappe von Frontignan nach Portiragnes

Der heutige Tag begann verheißungsvoll damit, dass ich mir das letzte Wasser aus den Vorräten, welches ich für Kaffee heißgemacht hatte, über den Fuß kippte. Zumindest dann war ich hellwach. An der Fußaußenseite bildete sich schnell eine ordentliche Brandblase und es tat höllisch weh. Ich versorgte die Stelle mit einem sterilen Tupfer – Brandsalbe hatte ich nicht in meiner Erste-Hilfe-Ausrüstung dabei – und klebte zwei große Pflaster darüber. Angenehm würde das wohl beim Laufen und Radfahren nicht werden, aber ich konnte ja nicht pausieren.

Es gab also kein Frühstück für mich heute Morgen, aber ich wollte später in einem Café oder eine Bar eine Pause einlegen, weil ich mein Smartphone und den Laptop aufladen musste. Die fand ich in Sète am Hafen. Der Kaffee mit Milch kostete 3 € die große Tasse. Nicht billig und ich saß 2 Stunden dort, was dann 2 Tassen Kaffee bedeutete. Normalerweise erledige ich das Aufladen meiner Geräte in den Touristenbüros, die meist auch freies WLAN anbieten, aber die haben in den Wintermonaten größtenteils geschlossen.

Erst um 13.00 fuhr ich wieder weiter. Das Wetter war unbeständig, immer wieder tröpfelte es aus dicken Wolken herab. Für den Nachmittag und die Nacht sagte der Wetterfrosch mehr Regen vorher, doch ab morgen sollte es sonniger werden. Dafür muss ich mich in den Nächten auf deutlich kältere Temperaturen – bis zu 2 Grad – einstellen.

15. November, Etappe von Frontignan nach Portiragne

Der Radwanderweg von Sète nach Agde, hatte man erst einmal die Stadt hinter sich gelassen, war schön zu fahren. Er führte 19 Kilometer am Meer entlang und durch die Dünen. Im Sommer steppt hier der Bär, jetzt jedoch hatte ich die Strecke beinahe ganz für mich allein.

Bis zum Stadtzentrum von Agde verlief der Radwanderweg durch das Industrie- und Gewerbegebiet, was nicht so schön zu fahren war. Zudem gab es etliche Baustellen, die mich zu Umwegen zwangen. Dadurch erreichte ich den Canal du Midi erst bei Einbruch der Dunkelheit. Dazu kam noch, dass es inzwischen stärker regnete und der Radwanderweg – eigentlich immer noch ein Fußwanderweg – entlang des Kanals unbefestigt war. Der lehmige Boden verwandelte sich in eine Rutschbahn, daher schob ich das Fahrrad bis zum anvisierten Ziel lieber.

Etwa 300 Meter vor dem Hafen Le Cassafières fand ich einen trockenen Platz unter Schirmpinien. Bis ich alles aufgebaut und im Zelt verstaut hatte, war es 19.00. Die nächsten Etappen werden – zumindest bis Castelnaudary – deutlich kürzer, weil der Radwanderweg mehr eine Piste für Mountainbikes ist als für Tourenfahrräder mit Anhänger. Einzige Alternative: Die Schnellstraße, welche parallel verläuft aber sehr gefährlich ist. Dann lieber langsamer unterwegs sein. Morgen geht es dann über Béziers nach Capestang weiter. Insgesamt hatte ich heute „nur“ 47 Kilometer zurückgelegt. Meinem verbrühtem Fuß geht es soweit gut, nichts ist aufgescheuert worden.

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