21. November, Etappe von Castanet-Tolosan nach Dieupentale

Der Morgen begrüßte mich mit 7 Grad du Hochnebel, was bedeutete, dass alles gut durchgefeuchtet war. Zeltplane, Schlafsack, decken, Klamotten … Trotz zusätzlicher Plane setzt sich diese Feuchtigkeit einfach überall ab. Herbst vom Feinsten eben. Ich brauche wirklich dringend ein gutes Zelt, aber woher 300 Öcken nehmen, wenn nicht stehlen? Das Fahrrad braucht auch neue Bremsen – der vierte Satz in diesem Jahr, weil sie sich natürlich schnell abnutzen, bei dem Gewicht, was sie abbremsen müssen. Die Reifen sind komplett abgefahren, müssten also auch ausgetauscht werden. Eigentlich nur kleinere Ausgaben, aber in Summe momentan nicht machbar.

21. November, Etappe von Castanet-Tolosan nach Dieupentale

Ebenso meine Klamotten. Neu waren sie eh nicht, haben teilweise schon 3 Jahre oder mehr auf dem Buckel, fallen jetzt aber allmählich auseinander. Vor allem die Schuhe – ohnehin nur für den Sommer gedacht – lösen sich mittlerweile in ihre Bestandteile auf. Billigschuhe aus dem Supermarkt helfen da nicht weiter, die überstehen so eine Beanspruchung keinen Monat!

Zwei Etappen – wenn es nicht allzu sehr regnet, habe ich noch bis Sérignac-sur-Garonne. Heute soll es bis Dieupentale vor Montech gehen, dort habe ich schon zweimal auf dem Picknickplatz kampiert. Ab und an stehen dort auch Wohnmobile.

Um 9.30 brach ich also wieder auf, erreichte gegen 11.00 Toulouse und sucht mir ein Café, in dem ich auch meine Technik aufladen konnte. Am Jardin des Plantes fand ich es. Der Kaffee war hervorragend, auch günstig und ich hatte dort nicht nur eine Steckdose am Tisch zur Verfügung, sondern auch freies WLAN.

Ich verbrachte 2 Stunden dort, nutzte die Zeit, um ein bisschen am aktuellen Manuskript zu schreiben. Das eigentlich schon seit dem 15. November veröffentlich sein sollte. Da ich keine längeren Pausen einlege kann – Campingplätze, also die wenigen, die jetzt noch geöffnet haben, kann ich mir derzeit nicht leisten – wird es auch noch etwas dauern, bis das Buch fertig ist. Ich schreibe ohnehin nur Kurzgeschichten und Novellen, solange ich unterwegs bin. Romane erfordern einfach mehr Zeit, Konzentration und Vorbereitung.

Von Toulouse aus trat ich die Pedale noch einmal kräftig durch, um vor dem angekündigten Regen ab 16.00 mein Ziel zu erreichen. Ich schaffte es bis um 17.00 und eine Stunde später konnte ich ins Zelt krabbeln. Morgen will ich es bis Valence d’Agen schaffen, das sind etwa 58 Kilometer. Dann ist es nur noch eine Etappe bis zum vorläufigen Endziel.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.