Winterquartier in Sèrignac-sur-Garonne

Seit dem 23. November befinde ich mich nun auf dem kleinen Zeltplatz in Sèrignac-sur-Garonne. Der kleine Ort liegt am Canal latéral à la Garonne zwischen Toulouse und Bordeaux. Der Zeltplatz selbst ist ausschließlich für Radwanderer und Wanderer gedacht. Er ist zwar klein, bietet aber alles, was man so braucht: Dusche, Toilette, Waschbecken mit heißem und kalten Wasser und Strom. Das Beste jedoch ist, dass er komplett Gratis zur Verfügung steht. Das war auch der Grund, warum ich ihn in diesem Jahr wieder als Winterquartier ausgesucht habe.
Normalerweise sind längere Aufenthalte nicht erlaubt, doch da ich den Winter 2019/2020 inklusive des darauffolgenden Lockdowns schon mal hier verbracht habe, habe ich bei der zuständigen Gemeinde erneut um diese Erlaubnis gebeten. Zumindest bis Februar, eventuell März, kann ich hier bleiben. Das verschafft mir die Möglichkeit, zu arbeiten, sprich: Bücher zu schreiben, denn Designaufträge kommen immer noch keine herein.


Im Ort gibt es einen kleinen Supermarkt mit Bäckerei, was recht praktisch ist, denn der nächste Aldi oder andere größere Supermarkt ist erst wieder in der Le Passage bei Agen. Das sind mit dem Fahrrad 12 Kilometer. Auch der Waschsalon befindet sich dort.
Mein Timing war übrigens perfekt, denn der 23. November war der für längere Zeit der Tag mit dem schönsten Wetter. Direkt danach brach es völlig ein und seitdem wechselt es ständig zwischen Dauerregen und Wind oder kalt und trocken hin und her. Das ist im Zelt, vor allem in einem Sommerzelt, nicht gerade gemütlich, aber immer noch besser, als weiter fahren zu müssen!

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Das größte Problem aber ist jedoch meine finanzielle Situation. Bis die Tantiemen für neue Bücher ausgezahlt werden, dauert es bei Amazon 2 Monate nach dem Monat, in dem das Buch veröffentlicht wurde. Die zwei Bücher, die ich also im November gestartet habe, und die sich auch gut verkaufen, bringen erst Ende Januar Geld. Amazon überweist immer am 29. eines Monats. Die andere Plattform, Tolino Media, bindet die neuen Bücher in die laufende Abrechnung mit ein, aber da maximal 20 Prozent Verkäufe generiert werden, sind das keine großen Summen. Dazu gehören Onlineshops wie Thalia, Hugendubel etc. Amazon ist und bleibt der Platzhirsch bei den Lesern, was bedauerlich, aber nicht zu ändern ist.
Da ich Ende November eben auch nur eine kleine Summe an Tantiemen bekommen habe, reicht das Geld natürlich vorne und hinten nicht, obwohl ich gut darin bin, sparsam zu leben. Jetzt sind es noch sage und schreibe 8 Euro. Die müssen, im schlimmsten Fall, bis zum 29. Dezember reichen. Nicht einmal ich kriege das hin.
Ich habe mich sogar bei Instagram angemeldet, obwohl ich Facebook und seine Derivate normalerweise meide. Da sind aber viele Verlage und Autoren vernetzt und ich hoffe, dass es etwas bringt.