Tourvorbereitungen für 2022

Ab dem 1. oder 2. März – je nach Wetter – geht es also wieder los. Zuerst nach Bordeaux, denn ich brauche einen neuen Personalausweis, da meiner im Juni diesen Jahres abläuft. Das Nomadenleben bringt auch Schwierigkeiten mit sich und eine davon ist ein Personalausweis ohne festen Wohnsitz beantragen zu können. Zuständig ist in diesem Fall das Deutsche Konsulat in Bordeaux. Da der Campingplatz dort erst ab April wieder Radwanderer aufnimmt, bleibt mir nichts Anderes übrig als in einem Hotel einzuchecken. Das günstigste, welches ich finden konnte, nimmt 18 € pro Nacht und liegt nur 3,5 Kilometer vom Konsulat entfernt. Dazu kommen noch die Kosten für den Ausweis selbst. Glücklicherweise haben sich meine Bücher, die ich im November und Dezember veröffentlicht habe, gut verkauft, sodass ich das finanziell stemmen kann. Ich muss allerdings auch noch einige Dinge reparieren lassen beziehungsweise kaufen.

Am Hinterrad meines Fahrrades sind 4 Speichen gebrochen. Da weiß ich noch nicht, ob eine Reparatur noch möglich ist oder ich ein neues Hinterrad kaufen muss, was nicht unbedingt billig wird. Fehlen tut auch noch ein neues Zelt. So ein richtig gutes für Expeditionen und 4 Jahreszeitentauglich fängt erst so bei 400 € an. Das kann ich diesen Frühling auf keinen Fall finanzieren. Daher wird es wohl noch mal ein einfaches Zelt sein, dazu ein Sonnensegel als zusätzlichen Wind-und Wetterschutz. Immerhin hat das 28 € Zelt, das ich im September beim Decathlon in Paris als Notzelt gekauft habe, mehr ausgehalten als das wesentlich teurere Trekkingzelt.

Die Route der diesjährigen Tour steht im Groben fest. Es geht von Bordeaux aus wieder bis La Rochelle, aber über die Mündung der Gironde mit der großen Fähre. Das spart einige Kilometer. Von La Rochelle aus werde ich einen neuen Radwaderweg ausprobieren. Er verläuft über Niort, an die Loire und bis Anger. Die Stadt möchte ich mir mal anschauen. Danach geht es zurück an die Loire und über Orleans nach Briare, wo ich auf den Eurovelo 3 nach Paris wechsele. Das ist die Strecke, die ich 2021 in die Gegenrichtung geradelt bin. Von Paris aus – vielleicht, ganz vielleicht ist diesmal ein Besuch von Chateau Versailles möglich – geht es auf dem Eurovelo 3 bis nach Namur in Belgien. Von da aus dann an die Küste, in die Niederlande und nach Amsterdam. Entlang der Küste möchte ich über Bremerhaven nach Hamburg fahren. Diese Stadt steht auch schon seit langem auf der Wunschliste.

Da ich wegen dem Gewicht meines Gespannes, einem Fahrrad ohne Batterie und meines Asthmas geländemäßig eingeschränkt bin, suche ich mir von Hamburg aus einen Radweg zurück an den Rhein. Möglicherweise nehme ich auch den Elberadwanderweg. Geplant ist, die Flussradwanderwege soweit wie möglich gen Süden zu nehmen. Elbe, Rhein, Main, Main-Donaukanal etc. Die Sommermonate geht es also durch meine alte Heimat Deutschland. Im September möchte ich über das Dreiländereck zurück nach Frankreich und in den Süden fahren.