3. März – Etappe von Illats nach Bordeaux/ La Bastide

Start war heute früh um 9 Uher bei Hochnebel und 6 Grad. Die Nacht verlief ruhig, sah man davon ab, dass scheinbar einige der Anwohner in der Siedlung, wo ich mein Zelt aufgeschlagen hatte, zu sehr unchristlichen Zeiten zur Arbeit mussten. Der erste fuhr um halb vier! Da war ich auch hellwach und schaffte es nicht mehr, einzuschlafen. Wahrscheinlich haut es mich dann heute Abend früh weg.

Die Strecke führte wieder über – größtenteils – Nebenstraßen. Nur zweimal musste ich an einer Hauptstraße entlang fahren. Zur Navigation  nutze ich gerne die App Komoot. Sie belastet den Akku vom Handy nicht so sehr wie es Google Map tut. Zudem findet sie in der Regel auch die besseren Wege zum Radeln.

In Saint-Michel-de-Rieufret legte ich in einer kleinen Bar eine Kaffeepause ein Ab hier verließ die Straße das Flusstal und wand sich durch Weinberge. Das bedeutete: Steigungen. Serpentinen rauf und runter. Über La Brède fuhr ich durch die ersten Vororte von Bordeaux und gelangte auch wieder auf einen abgesicherten Radweg.

Etwa 5 Kilometer vor dem Ziel – Das Eklohotel in La Bastide – riss der Draht der Hinterradbremse. Da die Bremse am Vorderrad das schwere Gespann nicht alleine abbremsen kann – bei Gefälle oder an Kreuzungen – marschierte ich die restlichen Kilometer und schob das Fahrrad bis zum Hotel. Dadurch kam ich aber fast eineinhalb Stunden später an, als geplant.

Bis ich eingescheckt, geduscht und umgezogen war, schaffte ich den Termin für die Passfotos nicht mehr, die ich eigentlich morgen zum deutschen Konsulat mitbringen muss, um den Antrag für den Personalausweis abgeben zu können.

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Das Hotel selbst war ebenfalls ein Reinfall. Die günstigen Zimmer waren mit 8 Stockbetten belegt, alle auch gebucht. 8 Leute in einem winzigen Raum, natürlich ohne Maske. Der Pass Vaccinal ist ebenfalls nicht mehr vorgeschrieben. Einer der Gäste hatte noch die Chuzpe, hier drin zu rauchen. Super. Nachdem drei von uns anderen ihn gebeten hatten, raus zu gehen – Rauchen ist in den Zimmern auch gar nicht erlaubt – hat er sich dann dazu bequemt, auf dem Gang weiter zu qualmen. Menschen. So dämlich. Echt.

Dazu hatte er noch einige seiner leeren Bierdosen einfach auf den Boden geworfen, samt Zigarettenkippen. Als ich das an der Rezeption gemeldet hatte, bekam ich nur ein Schulterzucken zurück. Dass die Bewertung für dieses Hotel nicht gerade positiv ausfallen wird, ist wohl klar, oder?

Ich habe für drei Nächte gebucht, weil ich noch an einem Auftrag arbeiten möchte und am aktuellen Manuskript. Mein Fahrrad muss zur Reparatur und ich brauche auch noch ein neues Zelt. Das alte, dass ich im September für schlappe 28 Öcken beim Decathlon in Paris gekauft habe, hat immerhin deutlich länger gehalten als das teure Treckkingzelt. Sonntag geht es dann weiter durch Bordeaux und in die Les Landes an die Küste. Bis jetzt habe ich keinen Campingplatz finden können, der geöffnet hat. Das wird heiter werden. Vor allem, was duschen und so betrifft. Da kann ich nur hoffen, dass ich ab und zu privat übernachten darf.

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