17. März 2022, Etappe von Andilly nach Longeville-sur-Mer

Nach einer ruhigen Nacht, brach ich um 09:15 auf. Es hatte in der Nacht deutlich abgekühlt und der Wind hatte ordentlich aufgefrischt. Das bedeutete für den größten Teil der heutigen Strecke Gegenwind. Ab Marans führte der Radwanderweg nur durch offenes Gelände, was den Wind kein bisschen bremste.

Diese Route ist schon im Sommer ziemlich trostlos zu fahren. Die Landschaft ist hier geprägt von Marschwiesen, Schafzucht und jeder Menge Kanäle, Gräben und Flüssen. Kein Wald, keine Hügel. Mit dem kalten Nordostwind wurde das heute richtig unangenehm. Auch war der Weg wenig asphaltiert, der größere Teil war geschottert oder bestenfalls ein Feldweg mit einer sehr schmalen Spur zum Fahren. Schwierig mit dem Anhänger. An vielen Stellen stand noch das Wasser in großen Lachen. Zusammen mit dem Gegenwind war das recht anstrengend und ich schob etliche Kilometer – insgesamt etwa 15 – das Fahrrad. Beim Laufen wurde mir auch schnell wieder warm.

Daher beschloss ich, die Strecke abzukürzen. Der Radwanderweg führt über La Dive, einem Aussichtspunkt, und verläuft einige Kilometer über Steilküste. Zudem macht sie einen großen Bogen entlang der Küstenlinie. Ich wählte stattdessen ab Saint-Michel-en-l’Herm die Route Departemental nach L’Aguillon-sur- Mer. Das sparte mir locker 10 Kilometer und etliche Steigungen.

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Nach nur einer halben Stunde erreichte ich den Küstenort und gelangte wieder auf den Radwanderweg. Dem folgte ich weiter über La Tranche-sur-Mer. Ich hoffte, dahinter irgendwo einen Zeltplatz zu finden. Der Radwanderweg verlief dort durch den Wald und auf der Karte waren auf der Strecke nach Jard-sur-Mer einige Picknickplätze eingezeichnet.

In Longeville-sur-Mer begegnete mir eine Frau mit ihrem Hund. Sie sah mein Fahrrad an und fragte, ob ich etwas suchen würde. Ich erklärte ihr, dass ich nach einem Schlafplatz für die Nacht suchen würde, da die Campingplätze alle noch geschlossen waren.

Lange Rede kurzer Sinn: Ich kampiere heute in ihrem Garten, durfte sogar duschen und bekomme noch ein Abendessen und kann über Nacht Laptop und Handy aufladen. Gastfreundschaft par exellence! Morgen geht es dann weiter über Les Sables-d’Olonne nach Brem-sur-Mer. Irgendwo dazwischen finde ich hoffentlich wieder einen guten Schlafplatz. Leider bleibt mir, laut Wetterbericht, der Wind noch erhalten, aber es soll wenigstens sonnig dabei werden.

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