20. März 2022, Etappe von Notre-Dame-de-Monts nach La Bernerie-en-Retz

Heute früh ging es um 09:00 los und zum ersten Mal konnte ich die warme Trekkingkleidung weglassen. Auch für die nächsten Tage sollte es warm und trocken bleiben. Nicht gut für Mutter Natur, aber praktikabler für mich. Leider musste ich mich von dem erst gekauften Becher veganer Margarine trennen: Sie war teilweise geschmolzen. Das heißt, dass ich das Brot jetzt trocken beziehungsweise mit veganem Aufstrich esse. Die warme Mahlzeit abends hat sich ebenfalls erledigt. Ich koche nie, wenn es warm ist, außer morgens den Kaffee. Sobald die Temperaturen deutlich steigen, stelle ich meine Ernährung auf Obst und Salat um. Im Sommer sind es vorwiegend Melonen, Gurken und Tomaten, also alles, was viel Flüssigkeit enthält. Dazu gibt es meistens Baguette oder Vollkornbrot.

Die Route sollte heute bis maximal Pornic gehen, weil ich heute mal früher mein Zelt aufschlagen wollte. Fast jeden Tag bis in die Dämmerung hinein zu radeln, schlaucht ganz schön und ich bin abends viel zu kaputt, um noch zu arbeiten. Seit Rochefort habe ich an meinem aktuellen Manuskript gerade mal 1 Kapitel geschafft. Das Buch sollte eigentlich schon längst veröffentlicht sein, aber das hat leider nicht geklappt. Ich hoffe, dass ich morgen einige Tage auf dem Campingplatz in Saint-Brevin-les-Pins bleiben kann. Die Zeit werde ich dann zum Schreiben nutzen.

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Hinter La Barre-de-Monts verließ ich den Radwanderweg, der einen großen Uweg bedeutete, und fuhr entlang der Hauptstraße nach Beauvoir-sur-Mer. Das sparte schon mal 12 Kilometer. Verkehr herrrschte kaum, da Sonntag und noch keine Hauptsaison. Im Sommer sind diese Regionen von Touristen mit ihren Campingcars total verstopft. In Beauvoir-sur-Mer legte ich eine Pause für ein zweites Frühstück ein, lud den Laptop und das Handy derweil auf, bevor ich nach eine dreiviertelte Stunde wieder aufbrach. Von hier aus nahm ich wieder den Radwanderweg, der Kilometerlang durch Marais führte. Der Belag wechselte ab zwischen Feldweg, Schotterpiste und Asphaltdecke mit einer Unmenge an Schlaglöchern.

Alles plattes Land, das höchste an Bauwerken sind die Windräder. Das ist auch so eine Region, in der man schon am Freitag sehen kann, wer Sonntags zu Besuch kommt. Dafür kam ich recht zügig voran und erreichte um 16:00 den Ort Les-Moutiers-en-Retz. Eigentlich wollte ich hier eine längere Pause machen, aber in dem Cafe war es mir zu ungemütlich und laut. Zudem dachten einige Typen wohl, dass rauchverbot in den Innenräumen gelte für sie nicht und qualmten munter alle Anwesenden zu. Der Wirt unternahm dahingehen nichts, also trank ich meinen Kaffee aus und fuhr dann weiter.

Da ich, wie schon erwähnt, heute mal früher auf Station gehen wollte, hielt ich bereits Ausschau nach passenden Plätzen. Doch einige Kilometer musste ich noch fahren, dann fand ich direkt hinter La Bernerie-en-Retz einen Platz am Rande einer Siedlung. Ich fragte zwei der Anwohner, ob das in Ordnung ginge, wenn ich dort übernachtete und bekam das Okay. Morgen sind es dann etwa 40 Kilometer zum Campingplatz.

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