4. April 2022, Etappe von Oudon nach Saint-Germain-des Près

Heute früh begrüßten mich Raureif auf dem Gras und eine dünne Eisschicht auf der Zeltplane. Mit anderen Worten: es war arschkalt! Am liebsten wäre ich gar nicht aus dem warmen Schlafsack gekrochen. Nach zwei Tassen Kaffee fühlte ich mich dem Wetter und der nächsten Etappe einigermaßen gewachsen und brach um 09:30 auf. Die Nacht war ruhig gewesen, sah man von Zugverkehr im halbstündigen Takt bis Mitternacht und ab 05:00 wieder ab.

Wie gestern schon, strahlte die Sonne von einem blauen Himmel herab, doch auch heute würde es ab Mittag zuziehen. Sagte der Wetterbericht. Der Wind hatte in der Nacht von Nordost auf Südost gedreht, sodass ich heute wenigstens keinen Gegenwind mehr hatte.

Bis Ancenis war mir durch die Steigungen auf der Strecke jedenfalls gut warm geworden. Da ich heute großzügig Zeit einplanen konnte, legte ich in Ancenis in einem Café am Bahnhof eine längere Kaffeepause ein und konnte dort auch noch einmal Laptop und Handy aufladen. Gestärkt ging es wieder weiter.

Der Radwanderweg überquerte de Loire und führte in vielen gewundenen Schleifen durch das Tal bis Mauges-sur-Loire. Danach hatte ich erneut die Wahl zwischen zwei Routen und entschied mich, im Tal zu bleiben. Die Strecke war gut zu fahren und etwa gleich lang, wie die andere.

4. April 2022
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April hin, Kälte her: Büsche, Hecken und Bäume begrünten sich und auch in den Gärten wurde es bunt. Das mit dem lauen Lüftchen üben wir aber nochmal, lieber Frühling! Draußen zu picknicken war nämlich immer noch nicht drin, obwohl es heute nicht mehr ganz so kalt war.

Ich radelte bis Montjean-sur-Loire und hoffte, da in der Ecke einen geeigneten Schlafplatz zu finden. Leider war der auf meiner Karte eingezeichnete Picknickplatz am Ufer der Loire vollkommen ungeeignet und zudem noch gut besucht. Es gab noch eine zweiten, einen Aire den Campingcar. Da es ein kommunaler Platz war, und er auf Google Map ganz gut aussah, verließ ich den Radwanderweg und überquerte auf der Brücke die Loire. Eine gefährliche Angelegenheit allerdings. Die Brücke war eng, besaß nur eine schmalen Gehweg – zu wenig für ein Gespann wie meins – und die Autofahrer rasten und überholten, als gäbe es kein Morgen mehr!

Auch die Straße hinter der Brücke entpuppte sich als gefährlich für Radfahrer. Glücklicherweise studierte ich den anvisierten Platz noch mal genauer in Vergrößerung – und stellte fest, dass er direkt an der Route National lag. Tja, das war dann schon mal ein Schuss in den Ofen gewesen. Die Brücke erneut überqueren kam  nicht in Frage. Daher wählte ich eine kleine Straße, die zu einem kleinen Ort namens Saint-Germain-des-Près führte. Ich hoffte, dass ich am Ortsrand eine Möglichkeit zum Campieren finden würde. Als mir zwei Frauen entgegenkamen, die ihr Hunde ausführten, fragte ich sie danach und sie erklärten mir, dass sich nur wenige Meter weiter ein Sportplatz mit Picknickplatz befand und ich auch keinen Ärger bekäme wenn ich dort übernachtete. Ich nahm den Platz in Augenschein und ja, er eignete sich sehr gut! Zwar führen hier auch Schienen vorbei, aber der Zug fährt nicht so oft und in der Nacht dürfte es ruhig sein. Morgen geht es dann auf die vorläufig letzte Etappe in dieser Woche. Zirka 30 Kilometer weiter gibt es einen günstigen Campingplatz, der offen hat. Ab Mittwoch soll es ja richtig übles Wetter geben, da erde ich voraussichtlich bis Samstag bleiben.

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