5. April 2022, Etappe von Saint-Germain-des Près nach Mûrs-Erigné

Um 10:00 brach ich auf. Die heutige Etappe sollte mich zum Camping des Varennes führen, der einzige Campingplatz bis Saumur, der geöffnet hat. Zudem mit knapp 6 € pro Nacht und Nase auch günstig. Mit der Unterstützung der App Komoot radelte ich durch sanft hügeliges Land mit vielen Rinderweiden und Ackerflächen, parallel zur Loire, bis ich vor Chalonnes-sur-Loire wieder auf den Radwanderweg stieß. Ab hier verlief die Route über Steilufer bis nach La Possonnière und Savennières.

Obwohl Regen abgekündigt war, blieb es zwar bewölkt, aber trocken, windstill und – im Vergleich zu den vorherigen Tagen – auch warm. Ich kam bei den ganzen Steigungen dann natürlich auch ordentlich ins Schwitzen.

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In Savennières hatte ich die Möglichkeit, schon jetzt eine Brücke über die Loire zu benutzen, und über die Landzunge zum Campingplatz zu radeln. Ich entschied mich dagegen, weil die Strecke zwar so viel Kürzer geworden wäre, aber ich dazu eine sehr stark befahrene Straße nehmen müsste. Daher entschied ich mich für die längere Route weiter über den Eurovelo 6 bis nach Bouchemaine. Ich überquerte auf einer Brücke die Maine und dann ging es weiter bis zu Les Ponts-de-Cé. Tja, und hier merkte ich schnell, dass meine Entscheidung für diese Strecke ein Fehler gewesen war.

Da der Radwanderweg an der Loire weiter verlief, gab es ab hier keinen gesicherten Radweg oder einen Seitenstreifen mehr. Noch dazu war die Straße recht eng. Bei dem lebhaften Verkehr und den riskanten Überholmanövern etlicher Autofahrer – Seitenabstand, was ist das? – zog ich es vor, lieber auf den Gehweg auszuweichen und das Fahrrad zu schieben. Der jedoch war stellenweise zugeparkt worden und von Mülltonnen blockiert. Ich musste also oft zurück auf die Straße. Vor allem die Brücke über einen ausgetrockneten Seitenarm der Loire war riskant. Teilweise wurde ich so knapp überholt, dass ich den Seitenspiegel bequem hätte anfassen können und es vom Gegenverkehr wildes Gehupe gab. Das waren 3 Kilometer nur Stress.

Ich war heilfroh, als ich endlich, nach der dritten Brücke, die Abzweigung zum Campingplatz nehmen konnte. Nach weiteren 3 Kilometern erreichte ich ihn. Er sah noch ziemlich leer aus. Gerade mal 1 Wohnmobil, ein Auto mit Dachzelt und ein Radwanderer, der sich ein Chalets gemietet hatte, waren dort. Der Empfang war freundlich und ich suchte mir einen Platz neben den sanitären Anlagen aus, weil diese den angekündigten Sturm am Donnerstag und Freitag etwas abblocken würde. Ob mein Zelt und die Schutzplane allerdings 100 km/h Böen aushalten, weiß ich noch nicht. Mehr als 70 km/h hatte ich noch nicht.

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