9. April 2022, Etappe von Mûrs-Erigné nach Dampierre-sur-Loire

Den Sturm haben Zelt und Schutzplane gut überstanden, allerdings hatten sich die angekündigten 100 km/h Böen auf „nur“ 85 km/h abgeschwächt. Den Löwenanteil hat die Küste bei La Rochelle abbekommen. Auch Regen kam bei weitem nicht so viel herunter wie vorhergesagt. Es regnete – und hagelte – nur am Freitag, dem Höhepunkt des Sturmes. Äste sind glücklicherweise ebenfalls keine geflogen. Die 4 Tage auf dem Camping konnte ich gut nutzen, um an meinem aktuellen Manuskript weiterzuarbeiten.

Die Etappe heute wollte ich bis Saumur fahren und mir irgendwo davor einen Zeltplatz suchen.  Auf meiner Karte waren mehrere Picknickplätze eingezeichnet. Die zwei Campingplätze vor und in Saumur haben noch geschlossen, wären aber für meinen Geldbeutel ohnehin zu teuer gewesen.

Wie immer, wenn ich mehrere Tage irgendwo campiert hatte, benötigte ich auch heute gute 2 Stunden, bis alles wieder abgebaut und verstaut war. Nebenher luden Laptop und Handy noch einmal an der Steckdose m Aufenthaltsraum auf. Um kurz vor 12:00 brach ich schließlich auf. Die ersten 6 Kilometer musste ich zurück auf den Radwanderweg fahren. Die Überquerung der drei Brücken gestaltete sich diesmal als weniger gefährlich, da kein Schwerlastverkehr auf den Straßen unterwegs war.

Der Radwanderweg verlief dann über eine Deichstraße entlang der L’Authion bis Loire-Authion. Von da aus ging es dann weiter nach La Dagunière, wo ich eine kleine Kaffeepause einlegte. Das erste Mal, seit Beginn dieser Tour, auf der Terrasse, weil es warm genug dafür war. An der Uferpromenade herrschte dementsprechend auch viel Ausflugsverkehr.

9. April 2022
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Weiter ging es danach über eine Brücke nach Saint-Rémy-la-Varenne und Le Thoureil. Der Radwanderweg verlief hier malerisch oberhalb der Loire mit herrlichen Ausblicken. Ab Les Rosiers-sur-Loire hatte ich dann wie Wahl, auf dieser Route durch die Hügel weiterzufahren oder auf die andere Seite zu wechseln und an der Loire direkt zu fahren. Schöner war sicherlich diese Strecke hier, aber auch deutlich länger und vor allem mit jeder Menge Steigungen. Daher entschied ich mich, bis Saumur die Alternativroute zu nehmen.

Diese entpuppte sich allerdings schnell als unbefestigt und teils sehr schmal, gerade mal so breit, dass ein Fahrrad in die Spur passte, aber kein Anhänger. Mehr Fuß-wie Radweg. Umkehren wollte ich jetzt aber auch nicht mehr und schob das Gespann einige Kilometer, bis ich eine Möglichkeit bekam, zurück zur Straße zu gelangen. Das war zwar eine Route Departemental, aber heute mit wenig Verkehr und einen Radstreifen gab es auch. So gelangte ich doch noch recht zügig nach Saumur. Hier radelte ich über die große Brücke – und stellte kurz darauf fest, dass der Anhänger einen Platten hatte. Ich fuhr auf einen ruhigen Parkplatz und tauschte den beschädigten Schlauch gegen den Ersatzschlauch aus. Die Reifen am Anhänger sind ja glücklicherweise schnell zu flicken.

Als Etappenziel hatte ich mir für heute einen Aire de Campingcar ausgesucht, von dem ich hoffte, dass ich dort auch mit Zelt übernachten konnte. Auf Google Street-View sah er jedenfalls brauchbar aus. Nachdem ich Saumur hinter mir gelassen hatte – leider ohne die Zeit, etwas zu besichtigen – waren es noch 6 Kilometer bis zum anvisierten Ziel. Und tatsächlich, als ich auf den Stellplatz einbog, entdeckte ich ein Schild, dass darauf hinwies, dass auch Radwanderer hier übernachten durften! Perfekt. Es gab eine Toilette und auch Wasser. Mit 59 gefahrenen – und gelaufenen – Kilometern hatte ich heute eine respektable Etappe geschafft.

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