12. April 2022, Etappe von Tours nach Amboise

Diesmal hatte ich Pech mit dem Schlafplatz. Gerade mal 4 Stunden Schlaf waren mir vergönnt. Ein Autokorso – wild hupend um halb elf. Keine Ahnung, ob da ein Fußballspiel gewesen war oder ob es mit den Wahlen zu tun hatte, es war laut. Dann trieben sich bis um 1 Uhr nachts irgendwelche Halbstarken mit aufgemotzen Mofas und lauter Musik auf dem Parkplatz gegenüber herum. Und – als dann endlich Ruhe einkehrte – fingen auf dem Wohnmobilstellplatz zwei Hunde an zu bellen. Bis um 2. Ohrenstöpsel habe ich zwar, tue sie aber nie rein, wenn ich wild campe, weil ich hören will, falls sich jemand meinem Zelt nähert. Dass an der Via Rhona im letzten Herbst ein spanischer Radwanderer ermordet worden ist, habe ich schließlich nicht vergessen!

Um 6 Uhr morgens kroch ich ziemlich müde aus dem Schlafsack und kochte mir erst einmal einen starken Kaffee. Frühstücken wollte ich später in Tours. Um 8:30 brach ich bereits auf. Über Nacht hatte es sich stark bewölkt und es sah nach Regen aus, der auch angekündigt worden war. Auf der Strecke nach Tours, schaffte die Sonne es aber ab und zu sich durchzukämpfen. Ich hoffte, dass es trocken blieb, bis ich den Campingplatz in Amboise erreichte.

Der Radwanderweg nach Tours verlief wunderschön an Seen entlang und durch einen Park hindurch, bevor er die Cher überquerte und in die Stadt hineinführte. Ab hier verlief er entlang der Hauptstraße bis zu Kathedrale. Vorher jedoch machte ich einen Abstecher zum Lidl und frühstücke anschließend in einem kleinen Café nebenan, wo ich auch mein Handy noch mal aufladen konnte.

Ich fotografierte auf meiner weitern Route die riesige libanesische Zeder – 1804 gepflanzt – am Theater von Troja und natürlich den armen Fritz, einen jetzt ausgestopften Elefanten, der ehemals dem Zirkus Barnum gehörte und erdrosselt wurde, weil er zu aggressiv wurde. Die Kathedrale durfte ebenfalls nicht fehlen.

Danach radelte ich weiter in Richtung Montlouis-sur-Loire. Ich konnte zügig fahren, denn der Radwanderweg war durchgängig asphaltiert und wand sich durch das Tal entlang der Loire mit seinen Äckern und Auwäldern. Vor dem Ort kam ich an einem Campingplatz vorbei, den ich kurzzeitig in Erwägung zog, da er nur wenig teurer wäre als der in Amboise und einen Aufenthaltsraum besaß, in dem ich hätte arbeiten können. Da es aber erst halb zwei war und die Rezeption erst um sechzehn Uhr öffnete, entschloss ich mich, weiterzufahren.

12. April 2022
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Ab Montlouis-sur-Loire allerdings erwarteten mich wieder Steigungen, denn es ging erst durch den Ort und danach durch die Weinberge. Ich geriet ganz schön ins Schwitzen, denn es war fast schon drückend warm, obwohl es die Sonne kaum noch durch den Dunstschleier am Himmel schaffte und hinter mir zogen bereits dunkle Wolken auf.

Ab Lussault-sur-Loire wurde es dankenswerterweise wieder flach und ich erreichte den Campingplatz um 17:15. Er liegt sehr malerisch auf einer Insel in der Loire. Weniger malerisch waren die Preise! Die Betreiber hatten den Tarif für Radwanderer gecancelt und ich zahlte nun fast das Doppelte. Die Dame an der Rezeption meinte auf meine Frage, dass die Infos auf der Webseite nicht mehr aktuell seien. Statt also nur 13 € bezahlte ich 24 € für drei Nächte. Die nächste unangenehme Überraschung war, dass es keine Möglichkeit gab, irgendwo Handy und Laptop aufzuladen. Die einzigen Steckdosen in den sanitären Anlagen waren ausschließlich für Rasierapparate bestimmt. Ich hätte also einen anderen Stellplatz inklusive Strom buchen müssen, was noch teurer gekommen wäre.

Es gab eine Stromsäule zwischen zwei Hütten und ich steckte dort kurzerhand – wasserdicht verpackt – meine Geräte an. Morgen soll es noch mal kräftig regnen, ab Donnerstag dann aber schön werden. Diesen Tag werde ich dazu nutzen, meine Wäsche zu waschen und Amboise zu besichtigen, bevor es am Freitag weiter geht. Schreiben werde ich natürlich auch.

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