18. April 2022, Etappe von Sandillon nach Lion-en-Sullias

Heute früh war es noch etwas kälter – 3 Grad – als ich den Kaffee kochte und meinen Aufbruch vorbereitete. Der diesmal schon um 8:40 erfolgte. Die Etappe sollte bis Sully-sur-Loire gehen, und, falls ich da keinen Schlafplatz fand, noch weiter in Richtung Gien. Zuerst aber radelte ich die 7 Kilometer bis Jargeau, wo ich hoffte, ein geöffnetes Café zu finden. Am Ostermontag schien das nicht vielversprechend zu sein und Google Maps war da auch keine große Hilfe, denn die App vertut sich oft genug. Glücklicherweise war eines dieser Wettbüros mit angeschlossener Bar und Café offen. Da findet man auch immer eine Steckdose zum Aufladen.

Der Kaffee war günstig, schmeckte gut und die Tasse war sogar groß, obwohl ich nur einen normalen Kaffee – meistens sind das in Frankreich dann Tassen, kaum größer als für einen Espresso – und einen ruhigen Tisch mit Steckdose.

Ich blieb dort eine gute Stunde und nutzte die Zeit zum Schreiben. Der Ladestand vom Handy zeigte 62% und der von der Powerbank 49% an. Das reichte bis zum nächsten Tag. Weiter ging es dann zuerst über kleine Landstraßen, anschließend wieder über den Damm. Wegen Bauarbeiten waren einige Abschnitte des Radwanderwegs gesperrt, sodass ich einige Umwege fahren musste.

Châteauneuf-sur-Loire erreichte ich gegen 14:00. Hier führte der Radwanderweg über die Brücke an das andere Ufer. Erneut gab es eine Baustelle, doch mit etwas Geschick, ließ sich die Absperrung umrunden, ohne allzu große Umwege fahren zu müssen. Die nächste Hürde erwartete mich bei Germigny-des-Près, wo ich nur die Barriere bewältigen konnte, indem ich den Anhänger abkoppelte.

Danach aber gab es keine Hindernisse mehr. Die Strecke selbst wechselte immer wieder mal zwischen Asphaltdecke und Sandbelag. Ich kam recht zügig voran und erreichte Sully-sur-Loire um 16:00. Hier war eine ganze Menge los, scheinbar fand ein Stadtfest oder so etwas in der Art statt. Alles war zugeparkt und unten am Loire-Ufer konnte ich Karussells sehen. Ich nahm mir also nur die Zeit, ein paar Fotos vom Schloss zu knipsen und radelte dann weiter. Der anvisierte Picknickplatz fiel wegen des Festes als Schlafplatz aus. Auf meiner Karte war erst hinter Gien wieder einer verzeichnet, aber das wären noch gute 30 Kilometer gewesen. Die fuhr ich heute garantiert nicht mehr.

Fündig wurde ich dann vor Lion-en-Sullias, kurz bevor der Radwanderweg die Hauptstraße überquerte. Am Rande einer Siedlung konnte ich mein Zelt auf einem Privatweg aufbauen, nachdem ich die Anwohner gefragt hatte. Der Boden ist leider sehr steinig, gemütlich wird das also heute Nacht trotz der dicken Isomatte nicht. Wasser bekam ich auf dem Friedhof schräg gegenüber. Vorteil der heutigen längeren Etappe von 57 Kilometern: Morgen habe ich dafür weniger zu fahren und müsste so am Spätnachmittag auf dem Campingplatz eintreffen. Auf dem bleibe ich dann bis Anfang Mai.

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