30. April 2022, Etappe von Montargis nach Grez-sur-Loing

Heute Morgen wollte ich den neuen Reifen aufziehen – und musste feststellen, dass er nicht passte! Obwohl er mit 28 Zoll markiert war, war er kleiner als der alte Reifen. Entweder war das Etikett falsch oder es gibt auch bei 28 Zoll noch Unterschiede, keine Ahnung. Ich hatte den Verkäufer beim Intersport ja extra noch gefragt. Lust, erneut ins Gewerbegebiet zu gondeln hatte ich nicht, es hätte auch meinen gesamten Zeitplan durcheinandergebracht. Daher schrieb ich die 20 € ab und schenkte den Reifen dem Mann an der Rezeption, mit der Bitte, ihn jemandem zu geben, der ihn gebrauchen konnte. Damit ich nicht noch weiter auf dem angefahrenen Reifen radelte, tauschte ich den kaum verschlissenen Vorderreifen mit dem hinteren einfach aus. Das erforderte schon etwas Zeit, was hieß, dass ich erst um 11 Uhr startete, als wie geplant um 10:00.

Von den neuen Sachen, die ich gestern gekauft habe, erwiesen sich vor allem die selbstaufblasende Matte – Forglaz – und der Laptop-Rucksack – Quechua – als guter Kauf. Die Matte nimmt extrem wenig Platz weg, ist binnen einer Minute aufgeblasen und polstert ganz hervorragend auch bei härteren Böden. Die neue Powerbank habe ich noch nicht getestet, aber bereits aufgeladen. Der Rucksack sitzt super und ich spüre ihn kaum.

Ich brach also recht spät auf und fuhr auch noch bei einem Supermarkt vorbei, weil ich beim Aldi nicht alles bekommen hatte, was ich brauchte. Außerdem gönnte ich mir noch einen Kaffee und ein Croissant in einer Bäckerei. Schlussendlich war es Mittag, als ich auf die Strecke fuhr.

Die Route führte komplett am Kanal entlang, war entspannt zu fahren und die Etappe mit 44 Kilometern auch nicht zu lang. Gestern Abend war ich so platt, dass ich nichts mehr am aktuellen Manuskript geschrieben hatte, das wollte ich heute nachholen. Die Piste wechselte immer wieder ab zwischen feinem Schotter – gut zu fahren, Asphalt und – auf einem Abschnitt – Kies. Weniger gut zu fahren. Dass es noch früh in der Saison ist, zeigte sich an den wenigen Radwanderern, die ich traf. Wobei der Eurovelo 3 auch nicht so frequentiert wird wie beispielsweise die La Vélodyssée. Den Eurovelo 3 möchte ich irgendwann – mit einem guten Fahrrad! – komplett radeln. Er führt von Trondheim in Norwegen nach Saint-Jaques-de-Compostelle in Spanien und ist über 5000 Kilometer lang!

Bis etwa 13 Uhr zeigte sich der Himmel eher bedeckt, doch dann lockerten sich die Wolken auf. Mit 17 Grad blieb es 3 Grad kühler als gestern, zudem blies ein frischer Wind aus Norden. Also kein T-Shirt-Wetter heute. Ich legte nur kurze Pausen ein, um etwas zu trinken und eine Kleinigkeit zu essen, fuhr ansonsten zügig durch und erreichte den Campingplatz um 17:00. Schon im letzten Jahr, im September, hatte ich hier übernachtet. Heute aber war der Platz für die Zelte schon fast komplett belegt und ich landete auf einem Platz nahe der Straße. Nicht so schön, weil laut, aber es ist ja nur für eine Nacht. Morgen habe ich eine ähnlich lange Etappe bis Melun.

Ein Gedanke zu „30. April 2022, Etappe von Montargis nach Grez-sur-Loing

  1. Wundervolle Fotos und eindrucksvolle Berichte. Ich lese gerne alles über Frankreich. Vom Velo aus habe ich das Land noch nicht gekannt und bewundere/beneide Dich für diese Perspektive. Natürlich hast Du mit der Technik und den örtlichen Gegebenheiten zu kämpfen, meisterst aber alles. Irgendwie. Respekt! Der 5000km-Plan fasziniert mich. Danke für die Arbeit und gute Fahrt weiterhin. LG gugy

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