01. Mai 2022, Etappe von Grez-sur-Loing nach Melun

Mainächte können auch noch hübsch frisch werden! 4 Grad hatte es heute früh, als ich um 06:00 aus dem Schlafsack kroch. Die heutige Etappe wird, wie gestern, etwa 47 Kilometer betragen. Ich wollte nicht zu spät aufbrechen, damit ich mich nicht abhetzen musste. Um 9:00 startete ich auf die Strecke. Sie führte über Moret-Loing-et-Orvanne, wo ich eine Kaffeepause einlegte, Saint-Mammes und durch den Wald von Fontainebleau nach Melun. Der Radwanderweg verlief entlang des Canal du Loing auf einem sogenannten Chemin du Halage, das sind ehemalige Treidelpfade. Der Untergrund wechselte daher auch zwischen grobem – nicht gut für die Reifen – Schotter, feinem Kies und Asphalt. Vor Moret-Loing-et-Orvanne kam spitzer Schotter hinzu, sodass ich sehr vorsichtig fuhr, beziehungsweise das Fahrrad schob.

In Saint-Mammes mündeten Kanal und der Fluss Loing in die Seine. Es ging über eine Brücke und dann durch einen lichten Wald entlang der Seine. Hier schob ich meinen Drahtesel ebenfalls einige Kilometer aufgrund des schlechten Untergrunds. Ab Samoreau war der Radwanderweg wieder asphaltiert und führte durch ein Naherholungsgebiet. Schönes Wetter, ein Feiertag beziehungsweise Wochenende .., kurzum, es war alles los, was nicht angebunden war! Ich machte noch eine Pause von zwanzig Minuten an einem Picknickplatz, um etwas zu trinken. Wasser ist enorm wichtig und leider versäume ich es oft genug, reichlich davon zu trinken.

Durch den Wald von Blois-le-Roi ging es dann weiter auf Melun zu. Dieser letzte Abschnitt vor dem Ziel wies die schon früher erwähnten Schlaglöcher und Bodenwellen auf. Die betonierten Buckel sollen Autofahrer zwingen, Schrittgeschwindigkeit zu fahren und wer sein Auto liebt, der tut das auch! Diese Boden wellen sind echt tückisch. Nun haben sich die Stadtplaner wohl gedacht, für die Radfahrer lassen wir in der Mitte eine Lücke, damit die nicht ständig über die sich alle paar hundert Meter befindenden Buckel hüpfen müssen. Gute Idee, aber mit einem 2rädrigen Anhänger nicht machbar. Die Gefahr, dass ein Rad an einer Bodenwelle links oder rechts hängenbleibt und der Anhänger umkippt, ist zu groß. Also radelte ich über die Buckel. So wie Stachelschweine Liebe machen. Gaaanz langsam und vorsichtig. Oder ich stieg ab und schob das Fahrrad. Immerhin hatte sich so genug Muße, die wunderschönen alten Häuser und Villen zu fotografieren, die entlang der Straße standen.

Den Campingplatz erreichte ich um 16:45. Er liegt direkt am Radweg und an der Seine, etwa 1 Kilometer vor Melun. Im September 2021 übernachtete ich hier schon einmal, als ich die Strecke in der Gegenrichtung befuhr. 9 € und Strom bekam ich gratis dazu, da kann man nicht meckern. Morgen wird es stressiger. Knapp 70 Kilometer sind bis zum Hostel in Ivry-sur-Seine zu fahren und bis Corbeil-Essonnes erwarten mich die gleichen Tücken wie heute schon. Ich werde also morgen auch spätestens um 9:00 aufbrechen.

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