04. Mai 2022, Versailles Teil 1 – Grand Trianon, Petit Trianon, Englischer und französischer Garten und das Hameau de Reine.

Mit dem Fahrrad radelte ich die knapp 4 Kilometer bis zum Château Versailles, parkte dort und machte mich dann auf den Weg zu Fuß zu meinen heutigen Zielen: Grand- und Petit Trianon und die Gärten. Erst aber ging es durch den riesigen Park. Ich konnte mir Zeit lassen, denn die beiden Schlösschen waren ab 12 Uhr offen für die Besichtigung. Anfang Mai war der Ansturm von Touristen noch nicht riesig, mir gelangen daher etliche Fotos ohne nervige Personen darin. Mit dem Petit Trianon machte ich den Anfang. Die Tour durch die Räume war schnell erledigt, danach besuchte ich die Gärten.

Der englische Garten war wunderschön angelegt mit teils alten Bäumen darin. Zum Beispiel eine 30 Meter hohe Platane, die 1798 gepflanzt wurde! Auch die Bäche und Flüsschen, Blumenbeete und viel grüner Rasen, bestanden mit Bäumen und Büschen, trugen zu dem schönen Gesamtbild bei. Auf schmalen gewundenen Wegen gelangte ich zum Hameau de la Reine, ein kleines Dorf, welches sich Marie Antoinette hatte errichten lassen, um darin die Rolle der naturverbundenen Schäferin zu spielen, wenn ihr das Protokoll im Château zu viel wurde.

Tiere gibt es auch heute noch dort. Schafe, Ziegen, Hasen und sogar Meerschweinchen tummelten sich in ihren gepflegten Gehegen. Die alten Häuschen mit ihren Dächern aus Riedgras und aus Fachwerk und Bruchsteinen erbaut, bildeten wahre Schmuckstücke inmitten dieses Idylls. Leider war der Miniatursee abgepumpt. In einem großen Bogen zurück steuerte ich das Grand Trianon an. Hier waren deutlich mehr Touristen, die sich durch die Räume drängten. Ich wartete, bis die größte Gruppe mit ihrer Besichtigung durch war und schlenderte anschießend selbst durch die prachtvoll ausgestatteten Zimmer und Flure. Hier hatten nicht nur Marie Antoinette und ihr Gemahl, Ludwig IV gewohnt. Auch die Bonapartes und Louis Philipp, der Bürgerkönig, richteten sich hier für eine Weile häuslich ein. Das resultierte in verschiedenen Einrichtungsstilen von Barock bis Belle Époque.

Danach ging es noch durch den französischen Garten, der im barocken Stil zurechtgestutzt war und einen großen Kontrast zum englischen, mehr naturbelassenen Garten, bot. Schön sind beide. Mit mehr als 130 Fotos – leider nur mit dem Handy geknipst, meine Kamera gibt wohl doch allmählich den Geist auf – machte ich mich auf den Weg zurück und gelangte über den Neptunbrunnen wieder auf den Schlossplatz. In einem Café gönnte ich mir einen Kaffee und meinen Füßen eine Pause. Anschließend kaufte ich noch ein paar Lebensmittel ein und suchte ein Fahrradgeschäft auf. Mit dem Inhaber vereinbarte ich für morgen früh, wenn ich das Château besichtige, dass er das Hinterrad komplett austauscht und einen allgemeinen Check durchführt. Schließlich liegen noch etwa 3000 Kilometer vor uns, da will ich nicht, dass mein tapferer Drahtesel unterwegs zusammenbricht!

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