08. Mai 2022, Etappe von Lacroix-Saint-Quen nach Carlepont

Zwar hatte ich gut geschlafen, war aber immer noch müde. Ich brauchte dringend ein oder zwei Tage Pause. Es gab zwei mögliche Campingplätze, um Noyon herum. Der dritte, den ich eigentlich anfahren wollte – in Tergnier – hatte wegen Reparaturarbeiten bis Juni seine Tore geschlossen. Ich entschied mich schließlich für den Campingplatz Les Araucarias bei Carlepont. Er war am leichtesten vom Radwanderweg aus anzufahren. Bei dem anderen machten mich die vielen negativen Rezensionen bezüglich der mangelnden Sauberkeit in den sanitären Anlagen misstrauisch. Auf meiner Tour 2019 hatte ich schon einmal einen Campingplatz bei Marennes erwischt, in dem Kakerlaken in den Waschbecken herumkrabbelten. Ich bin wirklich nicht zimperlich, hab auch kein Problem mit diversen sechs- und achtbeinigen Mitgeschöpfen, die mir beim campieren in freier Natur nun mal begegnen, aber so etwas finde ich dann doch ekelig. Ich nahm mir für den ersten Kaffee des Tages Zeit und startete erst um 10:15 in Richtung Compiègne. Bis Carlepont waren es auch nur 32 Kilometer, die ich ganz gemütlich radelte. In Compiègne legte ich eine Kaffeepause ein und besichtigte dann das berühmte Schloss – restauriert von Napoleon I – welches einst die Familie der Bonapartes beherbergt hatte. Es wurde von Charles V erbaut. Gerne hätte ich auch die Räume besichtigt, aber ich wollte mein Fahrrad mitsamt dem Gepäck nicht so lange unbeaufsichtigt auf dem Parkplatz stehen lassen. Fahrrad und Anhänger kann ich abschließen, aber das Gepäck leider nicht. Schade, denn gerade die napoleonische Epoche finde ich äußerst spannend und interessant. Mein nächster historischer Roman wird Napoleon und die Schlacht von Waterloo zum Thema haben. Wenn ich mal Zeit habe, das Manuskript von 2011 zu überarbeiten.

Von Compiègne aus ging es weiter an der Oise entlang bis zur Gabelung, an der die Aisne abbiegt. Ab Choisy-en-Bac verließ der Radwanderweg die beiden Flüsse und führte wieder durch Wald. Es gab nur wenige Steigungen und die Piste war gut zu befahren. Über Saint-Leger-aux-Bois und Bailly erreichte ich schließlich um halb fünf den kleinen Campingplatz. Er liegt mitten im Wald und ist sauber und gepflegt. 3 Nächte kosten mich – ohne Strom – knapp 25 €. Mindestes auf den nächsten beiden Etappen liegen wieder keine Campingplätze in der Nähe des Radwanderweges, da werde ich diese 2 Tage hier nutzen, um mich zu erholen und mein aktuelles Manuskript – das eigentlich Ende April erscheinen sollte – fertigstellen. Noch eine kleine Anmerkung: Die Etappen seit Versailles hätten meine alten Reifen und das alte Hinterrad definitiv nicht mehr überstanden! Die Strecke war mehr eine Prüfstrecke für Mountainbikes als Tourenfahrräder gewesen. Schlaglochpisten, grober Schotter und am Fluss entlang lange Abschnitte, an denen Baumwurzeln den Asphalt hochgedrückt hatten, so dass es sich anfühlte, als würde man über ein einziges großes Reibeisen radeln! Die Reparatur war also ihr Geld wert gewesen, auch wenn es ein Riesenloch ins Budget gerissen hat.

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