11. Mai 2022, Etappe von Carlepont nach Origny-Sainte-Benoite

Die Pause hatte mir gutgetan und ich brach ausgeruht um 09:20 auf. Vorläufiges Etappenziel für heute sollte Ribemont sein, insgesamt – da ich noch nach Noyon reinfahren musste, um Vorräte einzukaufen – 56 Kilometer. Das meiste davon an Kanälen entlang. Von Carlepont bis zum Intermarché in Noyon und zurück kostete mich schon mal 1 ½ Stunden inklusive Einkaufen In einer Bar nicht weit vom Radwanderweg trank ich noch rasch einen Kaffee und frühstückte, dann ging es auf die eigentliche Strecke.

Sie war leicht und zügig zu fahren, bot aber landschaftlich wenig Aufregendes. Von Noyon weg lief der Radwanderweg neben dem Kanal her, fast immer schnurgeradeaus. Der Untergrund war beinahe durchgängig asphaltiert bis auf wenigen Abschnitten wo Schotter als Belag verwendet wurde. Keine Folterstrecke für mein Fahrrad also heute.

Wie auf den letzten Etappen auch, traf ich nur selten andere Radwanderer an, dafür viele Angelbegeisterte und Ausflügler. Das Wetter war mit 26 Grad, frischem, teils böigem, Wind und Sonne pur schlicht perfekt zum Radwandern. Es soll die nächsten Tage auch so bleiben. Das ist, seit ich 2018 die erste Radtour gemacht habe, der trockenste und wärmste Mai. Sonst war das immer der ungemütlichste Monat mit viel Regen, Wind und kühlen Temperaturen.

In Ribemont bog der Radwanderweg vom Kanal ab und führte durch den Ort und an Straßen entlang durch das Flusstal parallel zur Oise. Es gab ein paar leichtere Steigungen, bis ich Ribemont hinter mir gelassen hatte. Einen geeignete Platz zum Zelten hatte ich bis jetzt noch nicht gefunden. Erst kurz nach Origny-Sainte-Benoite, wo der Radwanderweg die Straße verließ und auf eine autofreien Strecke eine Siedlung durchquerte, wurde ich fündig. Zwei Frauen standen an einem Gartenzaun und unterhielten sich mit dessen Besitzer. Ich grüßte freundlich und fragte, ob sie einen Platz zum Zelten wüssten, da es bis zum nächsten Campingplatz – in Guise – für heute zu weit war.

„Sie können in meinem Garten übernachten“, bot mir der Mann, der auch einen Hund besaß, an. Gesagt, getan, er ließ mich mit dem Gespann rein und ich konnte mein Zelt unter einem Baum im Garten aufbauen. Wasser gab es auch, Strom brauchte ich heute keinen. Morgen geht es weiter in Richtung Belgien. Das Etappenziel für morgen ist Étréaupont zwischen Autreppes und Hirson. Dort gibt es einen günstigen Campingplatz. Etwa 40 Kilometer.

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