03. Juni 2022, Etappe von Antwerpen nach Essen

Wirklich entspannen konnte ich auf dem City Camping in Antwerpen nicht. Mit einer Seite grenzt er an das Hafengebiet mit Industrie und entsprechend laut war es auch. Zudem fand in den zwei Tagen, in denen ich dort war, auf der Sportanlage nebenan auch noch ein Sportfest statt. Es war nahezu unmöglich, sich auf ein Manuskript zu konzentrieren und daran zu arbeiten. Resigniert verschob ich also die Veröffentlichungsdaten der beiden aktuell geplanten Bücher um 2 Wochen.

Ich brach relativ spät, um halb zehn Uhr auf, da mir ein Angestellter des Fährdienstes mitteilte, dass ich mit Fahrrad und Anhänger entweder vor halb sieben die Fähre nach Antwerpen nahm oder nach neun Uhr. Ich hatte es bei meiner Stippvisite in der Stadt selbst gesehen, wie voll die Fähre war. Daher also der spätere Start, was kein Problem darstellte, weil die geplante Tagesetappe für heute eher kurz ausfallen sollte. Das Ziel war der Ort Essen nahe der Grenze zu den Niederlanden. Ob Wildcampen oder auf einen Campingplatz fahren, das hatte ich noch nicht entschieden. In einer Buchhandlung in Antwerpen bekam ich auch endlich eine Karte mit allen Radwegen in NL Süd, inklusive die Möglichkeit, sie als GPX-Track für Komoot herunterzuladen. Die Sache mit den Knotenpunkten kann nämlich sonst ganz schön verwirrend sein, weil auf den Schildern selten steht, wohin der jeweilige Radweg führt. So jedoch war ich gut gerüstet.

Nachdem ich mit der Fähre übergesetzt hatte, radelte ich durch Antwerpen am Hafengebiet vorbei und dann in Richtung Kapellen. Der Radweg führte durch ein Gewerbegebiet durch, wo ich einen Decathlon entdeckte. Den Zwischenstopp legte ich noch ein und – da das Sortiment endlich auf Trekking und Camping ausgerichtet war – fand drei der Dinge, die ich noch benötigte: 2 Teleskopstangen für die Schutzplane, die ich jetzt auch ohne Bäume oder einen Zaun aufspannen kann, einen neuen Campingkochtopf und eine Ersatzgaskartusche. Den Kauf eines Trekkingzeltes verschob ich auf Ende des Monats, wenn mehr Geld zur Verfügung stehen würde als jetzt im Mai.

Nach einem zweiten Frühstück fuhr ich weiter, stoppte noch einmal kurz an einem Lidl, um meine Vorräte zu ergänzen. Sehr praktisch, dass die Geschäfte alle direkt am Radweg lagen! Hinter Kapellen wurde es ruhiger und grüner. Der Radweg – F 14 – lief an der Bahnstrecke entlang weiter. Gut und zügig zu fahren, allerdings gab es nicht viel zu fotografieren. Am Bahnhof Heide fand ich einen schattigen Picknickplatz – mit 25 Grad war es hübsch warm heute – und aß eine Kleinigkeit.

Weiter ging es dann über Kalmthout nach Essen. Am Bahnhof hatte ich auf einem Plan sehen können, dass es sowohl einen Campingplatz einige Kilometer nach Essen gab, als auch einen Biwakplatz in der Nähe des Ortes. Diesen fuhr ich an. Normalerweise sind das einfache Zeltplätze mit Trinkwasser und Toilette, ohne jeglichen Komfort, aber für eine Nacht sind sie völlig ausreichend.

Überrascht stellte ich aber fest, dass dieser hier ein richtiger Campingplatz war. Klein, aber sauber, gepflegt und mit 11 Euro auch recht günstig. Morgen geht es auf dem Radweg weiter bis kurz vor Dordrecht an der Maas. Der Campingplatz dort ist mit 7 Euro günstig, was in Anbetracht der Wettervorhersage ab Sonntag gut für mich ist. Vermutlich werde ich 2 oder mehr Tage dort bleiben.

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