04. Juni 2022, Etappe von Essen nach ’s-Gravendeel

Start war heute um halb zehn bei kühlen 14 Grad und bewölktem Himmel. Ich radelte zurück zum Radwanderweg LF2 bei Essen und von da aus in Richtung Roosendaal weiter. Gleich hinter Essen überquerte ich die Grenze zu den Niederlanden. Über Nispen und Everland ging es durch einen schönen Park nach Roosendaal hinein. Ich bog vom Radweg ab, suchte mir im Stadtzentrum ein Café, um zu frühstücken. Leider wird, wie auch schon in Belgien, meine Master Card in vielen Geschäften und Cafés nicht genommen. Ich habe, seit ich nach Frankreich ausgewandert bin, noch nie so viel bar zahlen müssen, wie in diesem Jahr auf der Radwandertour. Für Deutschland lässt das nichts Gutes ahnen.

Auch das Sortiment in den für mich mittlerweile ungewohnt kleinen Supermärkten ist eher mager. Wer mal in einem Supermarkt wie E. Leclerc in Frankreich war, der weiß, was ich meine. Vieles von dem, was ich in dort problemlos bekomme, gibt es hier nicht. Milchpulver zum Beispiel. Dafür mehr Plastik an den Obst- und Gemüsetheken. Rote Paprika einzeln in Folie eingeschweißt. Ernsthaft? Zudem ist Obst wie Melonen, Pfirsiche oder Nektarinen natürlich alles Importware und entsprechend teuer. Apropos teuer … ich hätte nie gedacht, dass Campingplätze in den Niederlanden noch teurer sein könnten als in Frankreich. Doch, sind sie. Erheblich sogar. Mit dem Unterschied allerdings, dass die Ausstattung wesentlich rustikaler ist. Was ich so gesehen habe: Eine einfache Wiese und sanitäre Anlagen. Und die meist auch noch veraltet. Der kleine Campingplatz de Berk, auf dem ich die vergangene Nacht war, bildete da die rühmliche Ausnahme. Für 24 Öcken pro Nacht bietet ein Campingplatz in Frankreich in der Regel einfach mehr. Pool, Restauration etc. Allein die Touristensteuer beträgt hier zumeist Minimum 1 Euro, oft sogar mehr. In Frankreich sind das meistens zwischen 22 und 75 Cent pro Nacht und Nase.

Von Roosendaal aus radelte ich weiter über Oudenbosch, wo ich noch kurz einen Zwischenstopp an einem kleinen Supermarkt machte und am Bankautomaten Bargeld tankte. Auf der Webseite des Campingplatzes wurde nicht aufgeführt, ob man per Karte oder in Bar zahlen musste. Da es eventuell ein längerer Aufenthalt werden würde, wollte ich lieber vorbereitet sein. Die 13 Kilometer bis Zevenbergen hatte ich mit kräftigem Gegenwind zu kämpfen, was mich befürchten ließ, die Fähre nicht mehr rechtzeitig zu erreichen. Zwar hieß es auf der Webseite, dass sie auch um 17:00 noch eine Tour fuhr, aber nicht, ob das auch an einem Samstag der Fall war.

Von Zevenbergen aus steuerte ich die Fähre von Moerdjik nach Strijen an. Ich hätte auch dem Radwanderweg weiter über die große Brücke folgen können, dann weiter entlang bis Sterrenburg und über die nächste Brücke, die den Dordsche Kil überquert, aber meine Komoot-App meldete mir, dass es dort Stufen gäbe, wo das Fahrrad getragen werden muss. Nicht machbar mit meinem Gespann, also wählte ich die Fähre. Die Anlegestelle war schwer zu finden, ich musste mich durchfragen, und natürlich war die Fähre um 16:00 da schon weg. Die nächste und letzte Tour war um 17:00 Uhr, wie mir ein Bootsbesitzer verriet. Auch gut, machte ich eben eine gemütliche Vesperpause. Seit dem frühen Nachmittag hatte sich das Wetter gebessert und die Sonne zeigte sich am blauen Himmel mit ein paar Schleierwolken zusammen.

Die Überfahrt kostete 4 Euro – die teuerste Fähre auf meinen bisherigen Radwandertouren – und war, wie immer, viel zu kurz. Ich liebe es, auf dem Wasser zu sein und hoffe, dass ich mir in zehn Jahren vielleicht ein eigenes Boot leisten kann. Träumen ist schließlich erlaubt, oder?

Vom Fähranleger in Strijen waren es dann noch 6 Kilometer bis zum Campingplatz Polderland. Die Zeltplätze waren sauber gemäht, die sanitären Anlagen alt, aber sauber. Warmes Wasser war hier im Preis mit inbegriffen. Der Besitzer empfing mich freundlich und ich konnte mir meinen Platz selbst aussuchen. WiFi gab es ebenfalls gratis, das Signal an meinem Platz kam schwächer an, aber es funktionierte. Mehr brauche ich nicht, um arbeiten zu können. Ruhig war es zudem hier auch, die Autobahn hörte man nur sehr leise. Je nach Wetter bleibe ich hier bis Dienstag oder länger.

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