09. Juni 2022, Etappe von s‘ Gravendeel nach Maasland

Morgens regnete es nochmals fast 2 Stunden kräftig, sodass ich erst um 10.40 aufbrach. Die heutige Etappe führte über Rotterdam auf den Campingplatz bei Maasland, etwa 46 Kilometer. Über den Deichradweg fuhr ich bis zum Fähranleger Puttershoek und kam genau richtig. Nur wenige Minuten später legte die Fähre ab und überquerte die Maas. Auf der anderen Seite radelte ich dann über Heerjamsdam nach Barendrecht rein. Auf einem regionalen Radweg ging es anschließend weiter nach Rotterdam. Der Hafen samt Erasmusbrücke war durchaus beeindruckend und besaß eine gewisse Ästhetik, die Stadt Rotterdam als solches aber fand ich eher enttäuschend. Das Stadtzentrum war bloß eine große Einkaufsmeile. Ich suchte mir ein Café für eine Pause, staunte erneut über die hohen Preise. Bis zu 4 Euro und mehr für gewöhnlichen Kaffee. Das toppt sogar meine Wahlheimat Frankreich. Bevor ich weiterfuhr, machte ich noch einen schnellen Abstecher zum hiesigen Decathlon. Ich hatte nämlich, als ich die Teleskopstangen für die Schutzplane gekauft habe, die Spannseile und einen Satz stabiler Heringe dazu vergessen zu kaufen. Das holte ich jetzt nach.

Es hatte auch etwas gedauert, bis ich einen Campingplatz mit erschwinglichen Preisen für diese Nacht gefunden hatte. Er lag allerdings weitab von meiner geplanten Strecke. Mit Komoot kürzte ich Teile des Radwegs ab. Dennoch dauerte es, bis ich Rotterdam und Schiedam hinter mich gelassen hatte und wieder ins Grüne kam. Der Radweg verlief ab hier größtenteils wieder über einen Deich bis nach Schipluiden, einem kleinen Ort vor Delft. Hier musste ich abbiegen und folgte einem anderen Radweg weitere 4 Kilometer durch eine von Weiden und Ackerbau geprägte Landschaft. Die eine oder andere Windmühle bekam ich auch zu Gesicht.

Den Campingplatz erreichte ich gegen 18:30, checkte ein und ging, nachdem ich alles aufgebaut hatte, duschen. Der Platz war sehr schön und gepflegt, die sanitären Anlagen top modern und sauber. Mit knapp 8 € war die Übernachtung sehr günstig. Strom und schnelles WLAN inklusive. Es hätte also ein entspannter Abend sein können. Hätte. Da es noch früh war, wollte ich etwas am aktuellen Manuskript arbeiten – zeitlich hänge ich mittlerweile erbärmlich hinterher – holte den Laptop aus der Schutzhülle und schaltete ihn an. Nichts. Der Bildschirm blieb schwarz. Das änderte sich auch nicht, nachdem ich ihn ein paarmal aus- und wieder einschaltete.

Mein erster Gedanke war: Nicht. Schon. Wieder! Noch jetzt erinnere ich mich an die Katastrophe auf der vergangenen Radwandertour 2021, als mein fast neuer Laptop ebenfalls von einer Minute auf die andere den Geist aufgab und ich dank einer Verkettung von Missverständnissen und Fehlern seitens Amazon und des Herstellers ganze 4 Monate ohne Laptop dastand!

Ich suchte zunehmend panisch im Internet nach – hoffentlich – brauchbaren Tipps. Vielleicht hate auch einfach nur das Display eine Macke. Doch nichts half. Der Laptop blieb tot. Resigniert suchte ich per Google Maps mehrere Computerläden in Delft raus und hoffte wirklich, dass der Laptop vor Ort zu reparieren war. Garantie war noch drauf, aber der Hersteller und Verkäufer saß in China. Da auf Reparatur oder ein Ersatzgerät zu warten, das konnte ich mir schenken. Ich hatte den Laptop im September bei Cdiscount gekauft, einem französischen Online-Markplatz ähnlich wie Amazon. Um alle Optionen auszuschöpfen, schrieb ich den Support an, unter Nennung des Defekts. Den Rest des Abends las ich ein E-Book auf dem Smartphone, den Etappenbericht verschob ich erst mal und lud nur die Fotos hoch. Morgen geht es weiter über Delft und Den Haag nach Maaldrift, wo ich ebenfalls einen günstigen Campingplatz gefunden hatte.

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