10. Juni 2022, Etappe von Maasland nach Maaldrift

Auch heute früh regnete es nochmal, jedoch nur ganz leicht und es hörte auch schnell wieder auf. Mein Laptop sagte immer noch keinen Piep, als blieb es bei meinem Plan, in Delft einen Computerfachmann aufzusuchen. Bei bedecktem Himmel und frischem Wind startete ich auf die heutige Etappe. Sie führte mich zurück nach Schipluiden und von da aus über einen schönen Radweg an Weiden mit Schafen, Rindern oder Pferden – Friesen – durch Parks hindurch nach Delft hinein. Zuerst also die Suche nach einem Computerladen. Google Maps hatte mir zwei Adressen ausgespuckt. Die erste erwies sich als Schuss in den Ofen, der Mann hatte schon länger seinen Laden geschlossen gehabt. Nummer zwei machte diesen Job eher nebenher und in seiner Wohnung, aber immerhin. Er nahm den Laptop auseinander, probierte dies, testete das. Quasi im Ausschlussverfahren näherte er sich den verbliebenen Ursachen: Wackelkontakt an irgendeinem Kabel oder das Mainboard. Im letzteren Fall wäre eine Reparatur nicht mehr möglich gewesen. Eine mögliche Ursache – wenn auch nicht sehr wahrscheinlich – tippte er auf den neuen RAM-Speicherriegel, den ich Anfang April eingebaut hatte, um mit Photoshop flüssiger arbeiten zu können. Da ich den alten sicherheitshalber behalten hatte, tauschte er ihn aus. Und siehe da: Beim nächsten Versuch startete der Laptop wieder! Ich lasse den alte RAM-Speicherriegel erst mal drin und hoffe, dass das Gerät für die nächsten Monate noch läuft. Für seine Arbeit wollte der Typ kein Geld haben, was ich sehr nett fand. Von der Siedlung aus radelte ich weiter nach Delft hinein und gönnte mir im Stadtzentrum ein zweites Frühstück. Der Marktplatz war gut besucht, die Terrassen der Bistros, Cafés und Restaurants ebenfalls. Die Stadt ist wunderschön, da hätte ich gerne mehr Zeit gehabt, zum Besichtigen! Ich wollte jedoch nicht so spät am Campingplatz ankommen, weil ich noch etwas arbeiten wollte.

Bis Wassenaar lief auch alles nach Plan. Ich navigierte teils mit den Hinweisschildern, teils mit Komoot. Die App schien allerdings Probleme zu haben, mich zu lokalisieren, denn sie meldete mit einem Mal, dass ich doch bitte das GPS einschalten sollte. Ich hielt an und überprüfte die Einstellungen, doch da war alles so wie es sein sollte. Seltsam. Ich fuhr weiter, bemerkte irgendwann, dass ich eigentlich schon längst hätte am Ziel sein müssen. Auch die Ausschilderung stimmte nicht mehr. Google Maps brachte dann die Lösung: Ich war bereits mehr als 5 Kilometer am Campingplatz vorbeigefahren! Super. Kräftig in die Pedale tretend, radelte ich bis Wassenaar zurück und fand dann auch den Weg zum Campingplatz, der etwa 3 Kilometer hinter dem Ort lag. Um halb acht checkte ich ein und baute auf. Die zehn Kilometer extra hätte es nun wirklich nicht gebraucht! Bis ich geduscht und etwas gegessen hatte, war der Tag schon fast rum. Morgen geht es weiter bis hinter Haarlem. Das Wetter soll vorerst trocken und schön bleiben, wenn auch kühl und windig. An die Küste fahre ich wohl erst nach Amsterdam.

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