12. Juni 2022, Etappe von Spaarnwoude nach Amsterdam

Ich hatte mich gestern dazu entschlossen, für diese Etappe doch noch einen weiteren Campingplatz zu buchen. Ich fand einen kurz hinter Amsterdam, der mit 13,45 € relativ günstig war. So blieb mir genug Zeit, Amsterdam zu besichtigen. Mit gerade mal 28 Kilometern konnte ich es ruhig angehen lassen. Um 09:35 brach ich auf, radelte die knapp 3 Kilometer zurück in Richtung Haarlem. Vor dem Ikea bog ich auf den Radweg nach Amsterdam ab. 14 Kilometer. Zwar verlief er entlang der Autobahn, aber ab De Liede lag ein schöner Grüngürtel mit Fußwegen, Teichen und Bächen dazwischen. Etwa 3 Kilometer vor Amsterdam – 6 Kilometer vor dem Stadtzentrum – stand ein amüsantes Hinweisschild am Radweg mit dem Text: Komm schon Alter. Darüber ein Fahrradsymbol und Pfeil nach rechts. Wenig später tauchte es auch noch mal als Straßenschild auf.

Am Westerpark vorbei gelangte ich an den Ring der Amsterdamer Grachten. Es war viel los, aber es herrschte nicht so ein Gedränge wie in Haarlem. Die Passanten, Touristen und Radfahrer verteilten sich ganz gut entlang der Grachten. Mein erstes Ziel war das Anne-Frank-Haus, ich brauchte einige Minuten, bis ich einen Stellplatz für mein Gespann gefunden hatte, damit ich fotografieren konnte. Zwar gibt es hier ohne Ende Fahrradparkplätze, aber zum einen waren die schon voll und zum anderen nicht auf ein Fahrrad mit Anhänger ausgelegt. Dieses Problem begleitete mich noch für den Rest meiner Besichtigungstour.

Langsam arbeitete ich mich zu den einzelnen Sehenswürdigkeiten durch. Das Rijksmuseum, diverse Kirchen – da habe ich irgendwann den Überblick verloren – natürlich den Bloemenmarkt – rappelvoll und das Rembrandthaus. Unzählige Souvenirshops, Käseläden und Süßigkeitenläden säumten die Straßen und Plätze. Hausboote, Ausflugsboote und private Motor- und Segelboote tummelten sich auf den Grachten. Von Deutsch über Englisch, Französisch und natürlich Niederländisch waren zahlreiche Sprachen vertreten. Amsterdam zeigte sich mir lebendig und farbenfroh, ohne überfüllt zu sein. Ein Besuch, der sich auf jeden Fall gelohnt hat!

Dennoch wurde es mir irgendwann zu viel. Ich habe wegen meines Autismus schnell Kopfschmerzen und Panikattacken, wenn ich länger mit Menschenmengen und Lärm konfrontiert werde. Daher suchte ich mir allmählich einen Weg aus der Stadt heraus, obwohl ich beileibe nicht alles gesehen habe, was sehenswert gewesen wäre. Dazu ist wohl auch mehr als ein Besuch nötig. Zum Campingplatz war es nicht weit, nur etwa 6 Kilometer. Er lag auf der anderen Seite des Amsterdamer Ringkanals auf einer Halbinsel. Ganz einfach war es für mich nicht, dort hinzugelangen, denn der einzige Zugang für Radfahrer war: Genau, eine Treppe! Glücklicherweise mit flachen Stufen, sodass ich langsam mit dem Gespann dort hinunterrumpeln konnte. Zurück wäre schon mehr ein Problem gewesen, aber ich fahre ja in die andere Richtung weiter.

Den Platz hatte ich gestern online gebucht und bezahlt. Leider handelte es sich um eine große Zeltwiese, was bedeutete, dass ich nicht wirklich Ruhe um ich herum hatte. Auch die Autobahn war gut hörbar, aber es ist ja nur für eine Nacht. Wohin die morgige Etappe geht, weiß ich noch nicht. An die Küste fahre ich in einem Bogen um das IJsselmeer herum und komme vermutlich erst bei Warkum an die Küste.

Der Wetterbericht kündigt für den Norden sonniges, aber eher kühles Wetter an. Bei einer derzeitigen Wassertemperatur von maximal 15 Grad wird es wohl auch noch nichts mit Schwimmen im Meer. In Deutschland und Teilen Frankreichs hingegen soll erneut eine Hitzewelle kommen. Im Süden Frankreichs wüten bereits Waldbrände.

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