13. Juni 2022, Etappe von Amsterdam nach Nijkerk

Besonders gemütlich war es auf dem Zeltplatz nicht gewesen, daher trank ich heute Morgen nur rasch einen Kaffee, packte zusammen und brach schon um 08:30 auf. Mein Ziel heute war ein kleiner und günstiger Campingplatz bei Nijkerk. Komoot hatte mir Gesamtstrecke von 48 Kilometern ausgerechnet, aber ich addierte im Voraus noch einige dazu, da ich, soweit möglich, auf den ausgeschilderten Radwegen fahren wollte. Einige Umwege dürften mit drin sein.

Bis Muiden führte der Radweg schön durch eine grüne Landschaft, nur gelegentlich touchierte er mal die Autobahn oder Schnellstraße. In Muiden wollte ich eine Frühstückspause gönnen, fand auch ein ruhiges, kaum besuchtes Café am Hafen, doch kaum hatte ich meinen Kaffee getrunken, drang Zigarettenqualm in meine Nase. Der Wirt höchstpersönlich stand hinter dem Tresen und paffte eine Zigarette. Eine von der stinkenden Sorte. Ich hatte mich in den Innenraum gesetzt, weil die Terrasse so früh am Morgen noch nicht geöffnet war. Eigentlich hatte ich hier etwa eine Stunde eingeplant, denn es gab Steckdosen an den Tischen und ich wollte meinen Laptop komplett aufladen. Das war auf dem Campingplatz nicht möglich gewesen. Meine ohnehin kaputte Lunge verpesten lassen, wollte ich aber auch nicht, daher packte ich seufzend wieder alles ein, zahlte und machte mich auf den Weg.

Bis Naarden wechselte der Radweg von grüner Natur zurück an die Schnellstraße. Hinter Muiden tauchte in meinem Blickfeld plötzlich ein waschechtes Schloss auf! Leider zu weit, um ein gutes Foto davon zu bekommen. Es handelt sich bei dem Gebäude um ein restauriertes Wasserschloss. In Naarden suchte ich einen Supermarkt auf, ergänzte meine Vorräte und legte am nächsten Picknickplatz eine Pause ein, um mein Frühstück nachzuholen. Nur ohne Kaffee. Die nächsten Orte au meiner Route waren Bussum und Laren. Von da aus radelte ich über Eemnes in Richtung Fähre. Auf dem Deich traf ich zwei deutsche Rentnerinnen an. Eine von ihnen hatte Probleme mit dem Fahrrad. Es war umgekippt und dabei hatte sich das vordere Schutzblech so verbogen, dass es am Reifen entlangschliff. Werkzeug hatte keine von ihnen dabei. Nun, da konnte ich helfen und das Problem war schnell behoben. Außerdem waren beide Damen verzweifelt, dass sie, seit sie in den Niederlanden unterwegs waren, kein Internet oder Mobilfunk empfingen. Sie hatten schlicht vergessen, Roaming einzuschalten, wussten auch gar nicht, wie und wo sie das an ihren Handys einstellen konnten. Auch da konnte ich behilflich sein und fuhr anschließend weiter.

Die Fähre überquerte bei Eemdijk die Eem. Die Überfahrt kostete 1 Euro. Von da aus radelte ich noch durch einen Ort mit dem herrlichen Namen Bunschoten- Spakenburg und weiter Richtung Nijkerk, wo sich der Campingplatz befand. Mit 8 Euro war er günstig, lag sehr schön und war ruhig. Insgesamt bin ich heute 53 Kilometer geradelt. Die morgige Etappe wird länger und führt nach Dronten.

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