17. Juni 2022, Etappe von Hollandscheveld nach Ter Apel

Als ich heute Morgen um 10:00 startete, war der Himmel bewölkt, dafür war es deutlich wärmer als gestern, fast schon schwül. Ich checkte sicherheitshalber noch einmal den Wetterbericht, aber nein, kein Gewitter oder Regen wurde angekündigt. Gut für mich, schlecht für die Natur. Die Bauern hingegen konnten sich kein besseres Wetter für die überall stattfindende Heuernte wünschen. Trocken, warm und ein leichter, ebenfalls trockener Wind. Meine Route führte heute erst einmal nach Geesbrug an den Kanal, etwa 10 Kilometer, von da aus nahm ich den ausgeschilderten Radweg nach Emmen, die nächstgrößere Stadt auf der Strecke. Bis Zwinderen verlief der Radweg am Kanal entlang, von da ab über Landstraßen nach Oosterhesselen und Sleen, wo ich an einem schönen Picknickplatz eine längere Pause einlegte. Viel zu sehen gab es heute nicht. Grünes plattes Land und Dörfer mit schönen Häusern aus Backstein, typische Architektur hier. In Emmen kaufte ich noch löslichen Kaffee ein – mein Suchtmittel, ob magerer Geldbeutel oder nicht – und begab mich dann auf die restlichen 12 Kilometer zum anvisierten Campingplatz etwas vor Ter Apel. Es wird vorerst auch der letzte sein, denn das Budget dafür ist nun endgültig aufgebraucht. Das restliche Geld ist für Lebensmittel gedacht. Um 16:00 erreichte ich den Minicampingplatz, der zu einem großen Bauernhof mit Milchvieh und Hühnerhaltung gehörte. Ich zahlte nur 5 Euro, obwohl auf der Webseite 9 Euro angegeben waren – nicht, dass ich mich darüber beschwere! – und bekam noch 4 frische Eier gratis dazu. Viel los war hier nicht, außer mir gab es noch zwei Urlauber mit Wohnmobilen. Der Platz war schön, gepflegt, die sanitären Anlagen sauber und man musste nicht für warmes Wasser extra zahlen. So konnte ich heute noch einmal duschen und Wäsche waschen. Morgen geht es nach Hansen an die Ems und über den Emsradweg Richtung Küste. In Weener kreuzt er den Eurovelo 12, auf dem ich weiterfahren werde. Deutschland ist dann das vierte Land auf meiner diesjährigen Tour. Ich bin schon sehr gespannt darauf, wie das Radwandern da so sein wird. Ich kenne dieses Land ja hauptsächlich vom Pferderücken aus, bin auch nie campen gegangen. Sicher ist nur, dass die Radinfrastruktur im Vergleich zu den Niederlanden eher mau ist. Und vermutlich werde ich Probleme mit dem Mobilfunknetz haben. Belgien und die Niederlande sind auch in dieser Hinsicht erstklassig ausgestattet.

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