20. Juni 2022, Etappe von Ter Apel nach Heede

Ich trödelte heute Morgen etwas beim Packen, da ich nicht vorhatte, eine lange Etappe zu fahren. Irgendwo hinter Dörpen wollte ich mir an der Ems einen Platz zum Nächtigen suchen, also sollte die Strecke heute nicht über etwa 40 Kilometer hinausgehen. Um 11:00 fuhr ich also los, zurück auf den Radweg und überquerte nach wenigen Kilometern bei Rütenbrock die Grenze nach Deutschland. Es war schon ein seltsames Gefühl, so nach 10 Jahren. Nicht, wie nach Hause kommen, denn wirklich heimisch hatte ich mich in diesem Land nie gefühlt, obwohl ich da – im Ruhrgebiet – aufgewachsen bin. Die meiste Zeit meines Lebens habe ich aber in Bayern gelebt. Der Norden und der Osten sind Neuland für mich, weswegen ich mir auch die Routen an der Nord- und Ostsee ausgesucht habe. Na ja, und weil es meistens schön flach ist und viel am Wasser entlang geht. Ich gucke gerne in den Häfen Boote an und male mir aus, wie es wäre, selbst so eines zu haben. Wird wohl immer ein Traum bleiben. Im Hafen von Haren lag ein kleines Motorboot mit Komplettausstattung zum Verkauf. Baujahr 2004, Preis 69.000 €. Tja, da muss eine alte Frau lange für stricken. Oder Bücher schreiben. Bis Haren waren es etwa 16 Kilometer, die ich zügig zurücklegte und in der Stadt in einer Bäckerei Pause für ein zweites Frühstück einlegte. Danach ging es zurück an den Radweg, der ab hier erst mal nicht an der Ems, sondern an einer Landstraße entlang verlief. Erst hinter Emen kam er wieder an den Fluss heran und führte am Dortmund-Ems-Kanal weiter bis Lathen. Eine sehr schöne Strecke zum Radeln. Leider blieb es heute fast durchgängig bewölkt, sodass ich nicht viel Anreize für Fotos bekam. Zudem frischte der Wind immer mehr auf, die Böen bliesen mit 45 km/h und oft von vorne. Bei Steinbild flossen Ems und Kanal wieder zusammen und der Radweg folgte nun dem Fluss bis Heede. Wegen des Windes wäre es schwierig gewesen, einen Platz zum wild kampieren in diesem offenen Gelände zu finden, daher entschied ich mich dafür, doch noch einen Campingplatz anzufahren. In Heede gab es einen, der mit 10 Euro noch günstig war. Platz war auch noch und so schlug ich dort mein Zelt für die Nacht auf. Ab morgen soll es bis einschließlich Donnertag bestes Radelwetter geben. Sonne pur, warm und kaum Wind. Ich werde ab Emden nicht die Nordseeroute nehmen – zu teuer – sondern den Jade-Ems-Kanal nach Wilhelmshaven fahren. Den nächsten Campingplatz habe ich dann erst am Freitag wieder, am Jadebusen. Ich hoffe sehr, dass die für das kommende Wochenende angekündigten 3 Tage Gewitter und Regen nicht wahr werden!

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