21. Juni 2022, Etappe von Heede nach Jemgum

Der Campingplatz hatte einen Aufenthaltsraum, in dem ich gestern Abend und heute früh an meinem Manuskript arbeiten konnte. WiFi gab es aber leider nicht und das Mobilfunknetz war zu langsam, um meinen Reiseblog zu aktualisieren. Nette Nachbarn hatte ich auch, ein Paar aus den Niederlanden mit ihrem Wohnmobil. Wir kamen gestern ins Gespräch, während ich mein Zelt aufbaute, und sie luden mich zum Abendessen ein. Sie starteten ziemlich früh heute Morgen und ich dann später um halb elf. Die Strecke heute führte größtenteils an der Ems entlang über Papenburg und Leer weiter Richtung Emden. Fahren wollte ich bis hinter Leer und mir dann einen Platz für die Nacht suchen. Ich hoffte, dass es auf der Strecke ebenfalls Picknickplätze oder Schutzhütten, wie ich sie bisher immer wieder mal gesehen hatte, gab.

Bis Aschendorf ging es schön durchs Grüne und am Deich entlang, in der Stadt wechselte der Radweg auf die Straße. Es gab zwar einen Fußweg, der auch für Radfahrer freigegeben war, aber der war in sehr schlechtem Zustand und schmal. An Übergängen musste ich mich erst wieder daran gewöhnen, dass es in Deutschland nicht, wie in den Niederlanden, automatisch Vorfahrt für Radfahrer heißt! Hier braucht man schon vier Augen, zwei im Rücken, um Rechtsabbieger einschätzen zu können. Vor allem Lkws. Ein Fahrer mit einem Sattelzug winkte mich freundlicherweise rüber, ein anderer blinkte erst gar nicht und fuhr einfach. Gut, dass ich eh langsam fahre, denn mein schweres Gespann benötigt einen längeren Bremsweg. Alles in allem war der Radweg aber okay. Gegen 13:00 erreichte ich Papenburg. Der Radweg führte durch die Altstadt und am Hauptkanal entlang, was mir Gelegenheit gab, diese wirklich schöne Stadt zu besichtigen und natürlich fotografierte ich auch viel.

Danach radelte ich wieder dem Flusslauf der Ems nach. Über Weener hätte ich eine kürzere Strecke nach Emden gehabt, aber die Friesenbrücke war zerstört und die Fähre fuhr nur sehr unregelmäßig. Daher blieb ich auf dem Radweg, der durch Leer führte. Über das Hafengebiet radelte ich durch die Altstadt du wieder hinaus an die Ems. Am Jachthafen befand sich ein Campingplatz, doch ein Blick auf die Preistafel ließ mich schaudern. 18 Euro und Dusche und warmes Wasser zum Geschirr spülen und WiFi kam noch extra. Über die Jann-Berghaus-Brücke passierte ich die Ems und fuhr über Bingum weiter Richtung Jemgum. Ich erhoffte mir, auf dieser Strecke einen Schlafplatz zu finden, doch vorerst sah es da nicht so gut mit aus. Der Radweg verlief zwar schön am Deich entlang, aber da weideten überall Schafe. Sie waren nicht direkt eingezäunt, nur Gräben und Viehgatter hinderten sie daran, auf die Nebenstraßen oder in Orte hineinzulaufen. Weder Picknickplatz noch Schutzhütte gab es auf diesem Teil der Route.

Kurz bevor ich den Hafen von Jemgum erreichte, traf ich einen Mann, der seinen Hund Gassi führte und fragte ihn, ob er ein Plätzchen wüsste. Ich erklärte ihm, dass der Campingplatz zu teuer war und es sonst vor Emden keine mehr gäbe. Zehn Minute später hatte ich meinen Schlafplatz: Eine Wiese neben dem Haus seiner Eltern. Morgen kann ich ganz gemütlich bis Emden radeln, mir die Stadt anschauen und dann an den Ems-Jade-Kanal fahren.

Nachtquartier

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert