22. Juni 2022, Etappe von Jemgum nach Aurich

Bereits um 08:30 brach ich auf, denn für heute Abend hatte ich noch keinen Schlafplatz. Aurich hatte ich zwar mal anvisiert, aber ob ich einen passenden Platz finden würde, wusste ich noch nicht. Es konnte also durchaus eine längere Etappe wrden und da wollte ich Luft nach oben haben. In Ditzum wollte ich mit der Fähre nach Petkum übersetzen, die stündlich fuhr. Natürlich verpasste ich die Fähre um 10:00 und machte dann am Hafen eine Pause. Ditzum selbst könnte glatt aus einer Postkarte gefallen sein. Eine dörfliche Idylle aus Backstein, Blumenpracht und dem Hafen mit seinen Schiffen und Booten. Eine kleine Werft gab es auch, wo man sehen konnte, wie ein größeres Segelboot mit Holzrumpf gebaut wurde.

Um 11:00 fuhr die nächste Fähre und brachte mich und etliche andere Radfahrer auf die andere Seite der Ems. Von Petkum aus waren es noch knapp 10 Kilometer bis Emden. Der Radweg war hier nur noch geschottert und recht schmal, ließ sich aber passabel befahren. Nur einer kleinen, aber steilen Brücke über einen Seitenkanal musste ich den Anhänger abkoppeln und separat nach oben ziehen. Der Radweg führte an diversen Kanälen entlang bis nach Emden hinein. Die Stadt selbst war eher unspektakulär. Der alte Binnenhafen gab ein gutes Fotomotiv ab, einige Gebäude und die vielen Kanäle und natürlich die Kesselschleuse. In einem kleinen Park gönnte ich mir eine längere Pause. Von hier aus radelte ich an den Ems-Jade-Kanal und folgte seinem Verlauf. Etwa 10 Kilometer weiter bog er allerdings ab und folgte einer Straße in Biegungen durch das flache Land. Schön zu fahren war dieser Teil nicht, denn die Seitenstreifen waren grob geschottert – mit Schildern versehen: Nicht befahrbar – dennoch musste ich wegen entgegenkommender Autos ständig dorthin ausweichen. Staubig war es obendrein. Erst hinter Ihlow gelangte ich wieder an den Kanal und folgte ihm bis zum Hafen von Aurich. Urprünglich wollte ich irgendwo hier einen Schlafplatz suchen, an einer Schutzhütte oder einem Picknickplatz vielleicht, doch über eine Gruppe auf Facebook bekam ich den Tipp, es mal mit 1nitetent.com zu probieren. Das ist ein Projekt, welches Zeltplätze auf einer Karte listet, die von Privatpersonen kostenlos zur Verfügung gestellt werden. Wie der Name schon sagt, sind es Plätze für eine Nacht und vorwiegend für Reisende mit Zelt. Tatsächlich bekam ich für heute einen Platz knapp 4 Kilometer hinter Aurich angeboten. Auch für morgen Abend ist die Übernachtung bereits gesichert. Um 19:00 traf ich dort ein und wurde von sehr netten Menschen empfangen. Im großen Garten hinter dem Haus durfte ich mein Zelt aufschlagen, Wasser, Toilette und sogar Strom waren ebenfalls verfügbar. Freitag werde ich trotzdem den Campingplatz anfahren, denn der Wetterbericht meldet für mehrere Tage Viel Regen und schwere Gewitter an. Zahlen kann ich aber nur eine Nacht, ich hoffe aber, dass der Betreiber des Campingplatzes damit einverstanden ist, wenn ich die restlichen Nächte – bis Donnerstag – am Mittwoch bezahle. Da kommen die Tantiemen von Amazon aufs Konto.

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