23. Juni 2022, Etappe von Aurich nach Grafschaft

Es war feucht und kühl heute Morgen, als ich mir meinen Kaffee aufbrühte. Fast wie im Herbst, aber als ich um kurz vor neun aufbrach, schien die Sonne schon mit so viel Kraft, dass ich das Langarm-Shirt wieder auszog. Da ich über das Netzwerk von 1nitetent schon eine Übernachtung für heute gefunden hatte, musste ich mich nicht abhetzen. Zumal der Radweg auf diesem Teil der Route fast durchgängig am Kanal entlangführte.

Der Belag wechselte zwischen feinem Schotter, Pflaster und Asphalt, gelegentlich wurde es auch mal holprig, aber sonst war der Radweg schön zu befahren. Auf der ersten Hälfte zudem auch noch schattig, was angesichts der schnell auf 28 Grad steigenden Temperatur sehr angenehm war. Ich fuhr quasi durch einen grünen Tunnel aus Bäumen und Büschen. Hübsch gestaltete Picknickplätze taten ein Übriges dazu, dass es eine entspannte Etappe wurde. Die zweite Hälfte war auch noch schön zu fahren, doch hier gab es nur noch wenige Bäume. Ich legte häufiger Pausen an den zumeist überdachten Picknickplätzen – oft waren es auch Schutzhütten – weil ich sehr schnell einen Hitzschlag bekomme. Gut, dass ich heute Morgen noch alle Trinkflaschen mit Wasser auffüllen konnte. Ich führe immer einen Waschlappen am Seesack befestigt mit, sodass ich nicht nur trinken, sondern mich auch abkühlen konnte. Von Reepsholt aus wählte ich die kürzere Strecke nach Schortens, anstatt rst bei Dykshausen vom Kanal abzubiegen, das sparte 8 Kilometer. Mein heutiger Gastgeber hatte darum gebeten, nicht später als 17:00 zu kommen. Mir war es ganz recht, so konnte ich den Nachmittag noch nutzen, zum Schreiben. Um 15:30 erreichte den Bioladen und bekam vom Besitzer den Platz gezeigt, wo ich mein Zelt aufschlagen konnte. Nicht so schön, wie mein vorheriges Quartier – der Boden war sehr uneben, es gab kaum Gras und er lag direkt an der Hauptstraße – aber für eine Nacht vollkommen okay. Strom hatte ich diesmal keinen, aber Wasser. Wie schon die Wochen davor, habe ich mich vorhin dazu entschieden, die Nordseeroute erneut zu streichen, weil es finanziell momentan einfach nicht drin ist. Zudem gibt es da auch keine Möglichkeiten über 1nitetent. Ich werde also über Dykshausen nach Varel fahren – ich warte von den beiden Angeboten noch auf eine Rückmeldung – und dann hoch nach Oldenburg. Von da aus dann nach Bremen. Mann, der 29. kann diesen Monat echt nicht schnell genug kommen! Das Datenvolumen meiner Handykarte ist auch schon fast aufgebraucht, ich werde also morgen in Varel dem großen gelben M einen Besuch abstatten, für Kaffee, WiFi und Strom. Sieht so aus, als käme ich nicht darum, mir noch eine zweite Karte zu kaufen, solange ich außerhalb von Frankreich unterwegs bin. Die Tarife hier sind allerdings arschteuer im Vergleich zu französischen Anbietern!

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