24. Juni 2022, Etappe von Grafschaft nach Oldenburg

Ich hatte in der Nacht kaum geschlafen und fühlte mich wie von einem Bus überfahren, als ich heute früh Kaffee aufbrühte. Nicht nur, dass der Garten an die Hauptstraße grenzte – Motorradfahrer mit aufgemotzen superlauten Maschinen mitten in der Nacht inklusive – auch sonst war die Lärmkulisse nervig. Jedes Mal, wenn ich es endlich geschafft hatte, einzuschlafen, schrie die Gans im Geflügelhof los, Kater fetzten sich lautstark und um 3 Uhr in der Früh, fühlte sich ein Gockel dazu berufen, Wecker zu spielen. Um 4 Uhr gab ich es auf und kochte Kaffee, um mein müdes Hirn etwas aufzumuntern. Um 08:30 brach ich auf, ohne ein wirkliches Ziel zu haben. Mit 1nitetent hatte ich zwar drei weitere Zeltplätze ausfindig gemacht und kontaktiert – 2 in Varel, 1 vor Rastede – doch sie hatten sich noch nicht zurückgemeldet. Meine Hauptsorge galt allerdings dem Wetter, weswegen ich heute lieber eine kürzere Etappe fahren wollte. Sofern es eben mit der Übernachtung klappte. Die ersten Kilometer führten mich zurück nach Schortens und von da aus auf den Radweg nach Varel. Hier legte ich eine Pause ein, und hoffte, dass ich irgendwo ein Café mit Möglichkeit, meinen Laptop und mein Handy aufzuladen, fand. Aber leider Fehlanzeige. Zwar gab es hier auch einen MC Donalds, aber der nimmt nur Kartenzahlung und auf meiner Karte befinden sich gerade mal stolze 2,73 €. Dafür kriegt man keinen Kaffee. Ich gondelte also einmal quer durch Varel und zurück, checkte zwei Cafés ab und entschied mich schließlich, zurück zum Schlossplatz zu fahren und dort das Café zu nehmen. Eine Steckdose fand ich hier aber auch nicht, dafür roch der Kaffee gut und war – zusammen mit einem Croissant – auch günstig. Mich und Zucker konnte man sich an der Theke dazu nehmen. Tja, und da griff ich daneben – müdes Hirn sei Dank – und nahm anstatt Zucker, Salz. Bemerkte es erst, als ich den ersten Schluck trinken wollte. Igitt. Seufzend aß ich also nur das Croissant, ärgerte mich über die 2 verschwendeten Euros und fuhr früher als geplant weiter. Der Himmel sah ziemlich bedrohlich aus und ich hatte immer noch keinen Platz für die Nacht gefunden.

Die von mir angeschriebenen 1nitetent-Anbieter hatten sich leider nicht zurückgemeldet, daher verbuchte ich das unter Fehlschlag und suchte auf per Google Maps andere Möglichkeiten. Eine Schutzhütte, einen Picknickplatz oder einen kostenlosen Park- oder Wohnmobilstellplatz. Von Varel aus fuhr ich erst in Richtung Jade, anschließend weiter zur Unterweser. Die nächste Möglichkeit wäre Oldenburg gewesen, was überhaupt nicht mein Ziel war, als ich aber nirgends etwas fand, wechselte ich die Richtung erneut und radelte einige Kilometer nach Rastede, wo sich ein weitere 1nitetent-Platz befand, doch auch dieser hatte sich auf meine Anfrage hin nicht gemeldet. Vermutlich waren die alle selbst im Urlaub. Also doch Oldenburg, genauer gesagt der Stadtteil Donnerschwee und Hurra! ich fand einen Platz bei einer kleinen Familie, die selbst oft Radreisen unternahmen. Nach weiteren knapp 20 Kilometern traf ich dort ein. Mein Zelt baute ich im Garten auf, Wasser gab es auch und eine Steckdose. Morgen besichtige ich Oldenburg, fahre dann den Radweg an der Hunte entlang zur Unterweser nach Elsfleth. Dort habe ich bereits eine Übernachtung klar machen können.

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