26. Juni 2022, Etappe von Elsfleth nach Sandstedt

Das heutige Ziel war noch ungewiss, als ich um 09:00 aufbrach, da sich keine der kontaktierten Anbieter von 1nitetent bislang zurückgemeldet hatte. Anstatt also die kürzeste Route nach Bremerhaven zu wählen – über Brake mit der Weserfähre rüber nach Sandstedt – entschied ich mich für den Weg über Bremen-Vegesack. So konnte ich mindestens zwei der Plätze anfahren, sobald ich eine Zusage bekäme. Alle Anbieter hatten nur ihre E-Mail-Adresse angegeben, ich checkte also regelmäßig mein Mailkonto auf Antworten. Ich setzte mit der Fähre von Lemwerder aus über die Weser und radelte durch Bremen-Vegesack durch und in Richtung Leuchtenberg. Von da aus nahm ich den Radweg, der nach Garlstedt führte.

Auch jetzt kam keine Rückmeldung, die zwei Plätze hinter Bremen hatte ich ohnehin bereits von der Liste gestrichen, weil sie komplett außerhalb der angestrebten Richtung lagen. Ich fuhr nach einer Pause im Schatten weiter auf dem Radweg nach Bremerhaven. In Hagen wollte ich eine längere Pause machen, falls sich der Anbieter in Beverstedt noch meldete. Am Rathaus fand ich einen schattigen Picknickplatz und bekam sogar freies WLAN. Ich nutzte die Pause für Updates am Handy und Laptop, tippte in paar Zeilen am aktuellen Manuskript. Nachdem auch Beverstedt weiterhin stumm blieb, änderte ich meine Pläne.

 Anstatt weiter auf diesem Radweg zu bleiben, fuhr ich über Sandstedt zurück an die Weser. Dort erhoffte ich mir, eher einen Platz zum Übernachten zu finden. An einem Picknickplatz oder einer Schutzhütte zum Beispiel. Die Wettervorhersage für die kommende Nacht und den folgenden Tag klang nicht unbedingt prickelnd: Starkregen und Gewitter. Ideal wäre also ein Platz, an dem ich den Montag auch noch bleiben könnte. In Sandstedt traf ich am Friedhof, wo ich meine Wasserflaschen auffüllte – eine freundliche Dame, die gut bekannt mit dem Betreiber des Campingplatzes Weserhenne bekannt war. Ich schilderte ihr meine Situation und sie rief kurzerhand dort an. Das Ergebnis war, dass ich bis Donnerstag auf dem Campingplatz nächtigen durfte und am Mittwoch – sobald das Geld auf meinem Konto gebucht worden war – bezahlen konnte. Sogar mit Karte, denn einen Bankautomat gibt es hier keinen. Dazu muss man entweder die 10 Kilometer zurück nach Hagen fahren oder per Fähre nach Brake. Das gilt auch für Supermärkte. In Frankreich gibt es selbst im kleinsten Dorf noch wenigstens die Möglichkeit Brot, Baguette und Grundnahrungsmittel zu kaufen. In Deutschland herrscht da absolute Wüste. Das grottenschlechte Mobilfunknetz will ich gar nicht erst ansprechen. Da hat sich die letzten 10 Jahre offenbar nichts geändert. Leider gibt es auf diesem Campingplatz kein WLAN.

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