30. Juli 2022, Etappe von Sandstedt nach Nordenham

Ausgeruht und vor allem wieder finanziell flüssig, brach ich nach meiner mehrtägigen Pause in Sandstedt um halb neun Uhr früh auf. Es war jetzt schon heiß und der Wetterbericht meldete für heute bis zu 30 Grad. Mein Ziel war der Campingplatz am Silbersee irgendwo in der Prärie oberhalb von Beverstedt. Die Gesamtstrecke betrug – ohne Umwege und sich Verfahren – 45 Kilometer. Weil ich ins Gewerbegebiet von Bremerhaven fahren wollte, um beim Decathlon ein neues Zelt zu kaufen, wechselte ich ab Dedesdorf vom Deichradweg auf einen anderen Radweg, der ebenfalls nach Bremerhaven führte, aber 5 Kilometer länger war. Dafür lief er praktischerweise direkt am Decathlon vorbei.

Als ich mein Gespann parkte, erblockte ich einen Impfbus, der vorm Aldi stand. Kurzentschlossen ging ich hin, Fragen stellen kostet bekanntlich nichts, um in Erfahrung zu bringen, ob und wie ich an die 4. Impfung kommen könnte. Da ich unter 60 Jahre alt bin, aber vorerkrankt – allerdings ohne die nötigen Unterlagen dazu – hegte ich die Befürchtung, dass es schwierig werden könnte. Meine Boosterimpfung vom 4. Februar läuft am 4. August ab.

Die Helferinnen am Impfbus kannten sich nicht aus, aber einige Minuten später kam noch ein Arzt dazu. Ich erklärte ihm meine Situation. Die gute Nachricht war, dass es mit der 4. Impfung wohl kein Problem geben könnte. Die schlechte: Ohne Medikamente würde sich der Zustand meiner Lunge stetig weiter verschlechtern, auch, wenn ich nicht mehr im direkten Kontakt mit den Allergenen kam. 2011 lautete die Diagnose des Lungenfacharztes in Deutschland damals auf nur noch 80% Sauerstoffaufnahme. Als ich 2012 auswanderte und ab da auch nicht mehr krankenversichert war, bekam ich auch keine Medikamente und Inhalatoren mehr ohne Rezept. Zu der Zeit ging es mir wesentlich besser als heute, wo schon kleinere körperliche Anstrengungen zu Luftnot führen. Beispielweise bergauf zu fahren mit dem Gespann.

Unabhängig davon, dass ich nicht krankenversichert bin, dürfte das größte Problem sein, dass es so gut wie unmöglich ist, zeitnah einen Termin bei einem Lungenfacharzt zu bekommen, für eine aktuelle Diagnose und die Einstellung der Medikamente. Da bleibt mir also nur zu hoffen, dass meine Lunge noch ein paar Jahre mitmacht – und dass mich Corona nicht doch noch erwischt. So vorsichtig ich auch bin, meine Mitmenschen sind es eben größtenteils nicht.

Im Decathlon kaufte ich das 2 Personen Trekkingzelt von Forglaz, dazu noch ein paar Kleinigkeiten und radelte dann weiter ins Stadtzentrum. Am Schaufenster Fischereihafen machte ich eine kurze Fotopause und dann hing es hinein in die Stadt – wo es aber nicht wirklich viel zu sehen gab. In einem Expert-Markt kaufte ich mir eine Kamera. Nichts Teures, aber doch besser als mit dem Handy zu fotografieren. Ich gönnte mir in der Fußgängerzone noch ein Eis und ging meine Optionen für heute durch. Bis zum Campingplatz am Silbersee waren es noch über zwanzig Kilometer, die heute nicht mehr fahren wollte. Ich entschied mich für den Campingplatz in Nordenham, der – inklusive Fahrt mit der Weserfähre – nur 10 Kilometer entfernt lag und mit 12 Euro auch günstig war.

Ich erreichte den Platz um 17:30, checkte ein und baute das neue Zelt zum ersten Mal auf. War nicht weiter kompliziert, es bot viel Platz und hatte auch  – durch die zwei Apsiden – eine gute Belüftung. Wie wasserdicht es wirklich war, konnte es dann heute Nacht unter Beweis stellen, denn der Wetterbericht hatte Gewitter mit Starkregen angekündigt. Den morgige Tag wollte ich hier bleiben und am Samstag dann per Fähre zurück nach Bremerhaven fahren. Von da aus auf den Campingplatz Nordholz, der in der Nähe der Küste liegt. Den Elberadweg entlang nach Hamburg rein möchte ich dann wieder mehr 1nitetent Plätze nutzen.

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