03. Juli 2022, Etappe von Cappel-Neufeld nach Nordleda

Der Campingplatz hier in Cappel-Neufeld war bis jetzt einer schönsten mit tollem Preis-Leistungsverhältnis! Ich war auch versucht, noch eine oder zwei Tage zu bleiben, aber ich hatte für heute Abend bereits einen Zeltplatz über 1nighttent organisiert, daher brach ich um 09:00 auf. Der Wind hatte sich über Nacht gelegt, die Sonne gewann schnell an Kraft und so konnte ich in Shorts und T-Shirt starten. Ich folgte weiter dem Nordseeradweg entlang des Deiches bis Berensch. Hier verpasste ich wohl eine Abzweigung, orientierte mich an der Ausschilderung nach Cuxhaven. Nach einigen Kilometern merkte ich, dass ich auf einem anderen Radweg unterwegs war, aber da dieser wesentlich kürzer – wenn auch nicht so schön – war, blieb ich dabei. Cuxhaven erreichte ich daher nicht wie geplant über die Kugelbake an der Küste, sondern über Schloss Ritzelbüttel.

Ich machte eine Pause, schlenderte ein wenig durch den Schlossgarten und fotografierte das kleine Schloss und seine Nebengebäude, bevor ich weiter ins Zentrum der Stadt fuhr. Im Café Pfannkuchen – der Name ist Programm – gönnte ich mir ein zweites Frühstück, hatte aber nicht damit gerechnet, dass der bestellte Pfannkuchen die Größe eines Wagenrades hatte! Sehr lecker, aber danach war ich pappsatt.

Vom Café aus war es nicht mehr weit bis zur Küste und dem Hafen. Außer mir hatten auch andere Radreisende und Ausflügler die Idee, sich Cuxhaven anzusehen, sprich: es war rappelvoll. Im Gegensatz zur Fußgängerzone, die war so tot, dass es auf einem Friedhof lebendiger zuging! Ich schätze mal, dass ich von Frankreich in dieser Beziehung einfach verwöhnt worden bin, denn egal ob Sonn- oder Feiertag, es gib wenige Läden, die komplett geschlossen haben. Von Bistros, Bars und Cafés gar nicht erst anzufangen.

Da ich die kürzere Route gefahren war, konnte ich mir für den Rest der Strecke bis Nordleda Zeit lassen. Ich setzte mich in Altenbruch in ein hübsches kleines Café mit dem Namen Löwenzahn – in dem man auch Bücher lesen konnte – und trank noch einen Kaffee. Dabei checkte ich den Wetterbericht, der eine Gewitterfront meldete. Das scheuchte mich dann doch hoch, und nachdem ich telefonisch Rücksprache gehalten hatte, ob ich auch früher ankommen durfte, radelte ich los.

Etwa 3 Kilometer vor dem Ziel erwischte mich der erste kräftige Regenguss dann doch noch. Als das Gewitter heftiger wurde, stellte ich mich für zwanzig Minuten in einem Bushäuschen unter, bis das Schlimmste vorbei war. Anschließend fuhr ich weiter und traf um 16:30 am Ziel ein. Der Empfang war herzlich, der Garten, in dem ich mein Zelt aufschlagen durfte, wunderschön. Wasser, Toilette und später auch noch das Angebot, den Wintergarten für die Arbeit am Laptop zu nutzen, waren die Sahnehäubchen auf dem Kuchen. Morgen geht es 10 Kilometer zurück nach Otterndorf an die Küste. Von da aus will ich den Elbe-Radweg fahren, denn der Eurovelo 12 folgt nicht der Elbe sondern führt durchs Land und kommt erst vor Hamburg wieder an den Fluss heran. Das sind zwar dann etliche Kilometer mehr, aber ich hoffe, dass es sich lohnt. Ziel für morgen ist der Campingplatz am Leuchtturm. Je nach Wetterbericht übernachte ich dort nur oder bleibe länger.

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