24. Juli 2022 bis 26. Juli 2002, Etappen von Hochdonn über Kiel nach Mönkeberg

Ich fasse die letzten drei Etappen einfach zusammen, denn Spektakuläres hat sich nicht ereignet. Zudem ist es echt schwierig, den Laptop an Strom und Wlan zu kriegen. Ich übernachte auch erst einmal nur mit 1nitetent – sofern verfügbar – weil die Campinglätze entlang der Ostsee noch teurer sind als an der Nordsee. Teilweise werden da über 40 Euro pro Nacht verlangt! Puuh, das sind Preise wie am Mittelmeer.

Am 24. Juli radelte ich von Hochdonn weiter entlang des Nord-Ostsee-Kanals in Richtung Kiel. Das Wetter war kühl, windig und die Sonne ließ sich auch nicht oft blicken. So sollte es auch die nächsten Tage bleiben. Immerhin wird wenig Regen vorhergesagt, ein kleiner Trost. Das Ziel heute war der Campingplatz in Breiholz. Der Radweg war als Plattenweg angelegt mit einem breiten Grasstreifen in der Mitte, aber mit Anhänger noch gut befahrbar.

Eine mit knapp 36 Kilometern kurze Etappe, weil ich noch den Steinzeitpark bei Albersdorf besichtigen wollte. Ich fuhr aber zuerst ein Café an, um zu frühstücken und den Laptop aufzuladen, danach ging es an der Straße etwas zurück bis zum Park. Bei den Eintrittspreisen musste ich allerdings einen Rückzieher machen. Sicher sind 7 Euro nicht zu viel für diesen Park, mein Geldbeutel verkraftete das aber gerade nicht. Daher radelte ich zurück zum Kanal.

Das Interessanteste an dieser Strecke: Die Schiffe. Ob schicke Segelboote, Motorboote oder riesige Containerfrachter: Es gab viel zu sehen, bestaunen und fotografieren. Der Campingplatz dagegen war, wie der in Hochdonn auch, für Radwanderer mit Zelt nicht so schön. Unebene, teils abschüssige Wiese, die kaum mehr als ein Streifen am Schotterweg war. Die Stellplätze für die Wohnmobile hingegen zeigten sich Tiptop. Manchmal habe ich den Eindruck, dass wir Radwanderer nur geduldete Klientel sind. Die Waschräume waren sauber, aber man musste um das Restaurant herumlaufen. Na ja, da hatten die Gäste auf der Terrasse auch was zu gucken, oder?

Am 25. Juli radelte ich die Etappe von Breiholz bis Sehestedt, wo ich mir ein Nachtquartier über 1nitetent gesichert hatte. Campingplätze gab es in dieser Ecke keine, nur Stellplätze für Wohnmobile. Es war sehr schwül und mit 29 Grad auch gut warm, doch mit wenig Sonne. Auch heute waren die Riesenpötte, die den Kanal befuhren, die Highlights der Etappe. Die Schwebefähre in Rendsburg war außer Betrieb, das Bistro dort ebenfalls geschlossen. Ich fuhr also direkt in den Ort hinein und fand ein paar schöne Motive zum Fotografieren, bevor ich zurück zum Kanal radelte. Hinter Rade zog sich der Himmel endgültig zu und ab dem Fähranleger Sehestedt ging ein kräftiger Schauer auf mich herab. Da es immer noch sehr warm war, machte es mir nichts aus. Die Regenjacke blieb im Anhänger.

Das Nachtquartier befand sich neben einem großen Gutshaus. Die Wiese war schön, es gab auch Trinkwasser, leider auch jede Menge Nacktschnecken, die ich am nächsten Morgen gleich dutzendweise von der Plane pflücken musste. Inklusive deren Hinterlassenschaften. Igitt. Mein Gastgeber brachte mir noch die Powerbank, die er über Nacht für mich ans Ladegerät gehängt hatte, und ich brach um 9 Uhr zur letzten Etappe am Kanal nach Kiel auf.

Auch heute begleiteten mich viele Wolken, die Temperaturen waren allerdings über Nacht drastisch gefallen und es fühlte sich eher wie Herbst denn wie Sommer an. Nicht, dass ich mich nach 34 Grad und mehr sehne, aber so ein bisschen Wärme, damit man die Küste und das Meer auch richtig genießen kann, wäre schon ganz nett gewesen. Die Strecke war gut zu fahren, nur einige Abschnitte waren sehr holprig. Offenbar ein älterer Teil des Radwanderweges, viele der Platten hatten sich abgesenkt oder verschoben.

Ein großer Teil der Etappe lief dann auch nicht mehr am Kanal entlang, sondern auf kleinen Straßen über Land, da dieser Abschnitt des Radweges noch im Bau ist. Erst bei Landwehr gelangte ich an den Kanal zurück. Von hier aus waren es nur noch wenige Kilometer bis zur Fähre, mit der ich nach Kiel übersetzte. Allerdings erst beim zweiten Versuch denn es ist eine sehr kleine Fähre, die zudem voll belegt war. Da hatte mein Fahrrad samt Anhänger keinen Platz mehr. Mit der nächsten Fähre konnte ich aber übersetzen. Anschließend ging es an der Kieler Förde entlang hoch in die Stadt hinein, wo ich erst einmal ein Stündchen Pause in einem Café machte. Das kühle Wetter hatte den Vorteil, dass man sich nicht durch Menschenmassen drängen muss, um irgendwo hinzugelangen und Fotos zu schießen. Bistros und Cafés hingegen waren gut besucht.

Für meinen Kieler Rundgang konnte ich mir Zeit lassen, denn bis zum Nachtquartier waren es nur knapp 16 Kilometer. Auf dem Weg kaufte ich noch etwas Obst ein und frische Semmeln und setzte meinen Weg fort über die Brücke und auf die andere Seite der Förde. Bis Dietrichsdorf hatte ich es zum ersten Mal wieder mit einer längeren Steigung zu tun. Schleswig-Holstein ist nicht mehr so flach wie Niedersachsen. Durch Mönkeberg radelte ich noch durch und kam gegen 18:00 an. Mein Schlafplatz befand sich im Garten, Trinkwasser und Toilette hatte ich auch zur Verfügung. Wie bislang bei allen 1nitetent-Plätzen bin ich auch hier freundlich empfangen worden – einzige Ausnahme war der Platz in Grafschaft bei Wilhelmshafen. Wenn man bedenkt, dass die Menschen einem das alles kostenlos zur Verfügung stellen … einfach toll.

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