27. Juli 2022, Etappe von Mönkeberg nach Haßberg

Nach einer ruhigen Nacht – meine Gastgeber schliefen noch, als ich aufbrach – nahm ich die nächste Etappe in Angriff. Sie sollte mich entlang des restlichen Abschnitts der Kieler Förde und anschließend an der Küstenlinie der Ostsee entlangführen. Erneut zeigte sich der Morgen wolkenverhangen und recht windig, was man auch am Wasser sah. Gischtkämme zierten die Wellen. Glücklicherweise blies der kräftige Wind nur von der Seite, beziehungsweise ab Laboe von hinten. Mir taten die Radwanderer leid, die die Gegenrichtung fuhren! Sowohl in Heikendorf als auch Laboe tummelten sich viele Passanten und Touristen an der Uferpromenade, den Cafés und Bistros. Wegen des kühlen Wetters saßen fast alle Gäste in den Innenräumen. Das Gedränge auch in den Bäckereien – natürlich maskenlos – mied ich lieber und radelte weiter bis Stein, wo ich ein nahezu leeres Café fand. Steckdosen gab es auch, also nutze ich die Zeit für ein ausgiebiges Frühstück und etwas Arbeiten am Laptop. Später stockte ich im nächsten Supermarkt meine Vorräte auf und nahm den nächsten Abschnitt der heutigen Strecke unter die Reifen. Bis Schönberg am Strand war der Radwanderweg asphaltiert du gut zu befahren, führte aber danach bis Schwartbuk mehrere Kilometer durch ein großes Seen- und Naturschutzgebiet, wo der Untergrund aus Sand, Kies und losem Geröll bestand. Zudem hatten Traktoren tiefe Furchen hineingegraben, sodass ich den größeren Teil der Strecke mein Fahrrad lieber schob. Das bedeutete aber, dass mein Zeitplan knapper war und ich die Besichtigung des historischen Guts Panker strich. Auch so benötigte ich länger als geplant, um am heutigen Nachtquartier – ein Garten in einer Siedlung in Haßberg – zu erreichen. Und was für ein schönes Quartier das war! Ich durfte im Haus duschen, hatte Zugang zu Strom und Trinkwasser und meine Gastgeberin war sehr freundlich und hilfsbereit. Sie war früher selbst viele Wochen und Monate auf Radreisen und wir tauschten ein bisschen unsere Erlebnisse aus. Auf ihr Anraten hin, änderte ich die Etappenplanung für morgen. Fehmarn und Heiligenhafen strich ich von der Liste und plante mit Komoot eine andere Route , die mich von Oldenburg (Holstein) – noch auf dem Eurovelo 10 – über Nebenstraßen und der Mönchsroute bis zum nächsten 1nitetent Schlafpatz in Grube bringen sollte. Keine lange Etappe, was mir in Oldenburg Zeit lassen wird, ein bisschen zu bummeln, Kaffee zu trinken und am Manuskript zu arbeiten.

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