23. August 2022, Etappe von Bullendorf nach Wichmannsburg

Ich wollte nicht zu spät aufbrechen, damit ich fürs Sightseeing in Lüneburg genug Zeit hatte und noch die Strecke bis nach Wichmannsburg schaffte, wo ich auf einem kostenlosen Zeltplatz nächtigen würde. Irgendwie war heute Morgen aber der Wurm drin. Erst verschlief ich – was sehr selten vorkommt – dann brauchte ich länger als sonst, um meine Sachen alle zu packen und am Fahrrad zu verstauen. Als ich um neun Uhr losfahren wollte, stellte ich fest, dass der rechte Reifen am Anhänger wieder einmal platt war. Also noch einmal abkoppeln, Rad abnehmen, Schlauch gegen einen neuen austauschen und endlich war ich startklar.

Bis zum Elbe-Seitenkanal fuhr ich noch über den Elberadweg, bog dann hinter Lauenburg auf den Radweg nach Lüneburg ab. Der ließ sich sehr schön radeln und ich erreichte schnell die Abzweigung zum Elbe-Seitenkanal. Ein Blick von der Brücke aus reichte allerdings, um zu sehen, dass ich mit meinem Gespann diese Strecke nur mühsam und langsam fahren würde können. Es handelt ich bei diesem Radweg beidseits des Kanals nur um einen unbefestigten Feldweg.

Daher beschloss ich dem ausgeschilderten Radweg nach Lüneburg zu folgen. Zwar führt dieser fast durchgängig an der Landstraße 209 entlang. Nach Adendorf gab es auch zwei leichtere, aber dafür lange Anstiege. Bis Lüneburg hinein war es wieder schön zu fahren. Ich radelte am Kloster Lüne und dem alten Kran vorbei bis zum Rathaus in der Altstadt. Hier traf ich mich mit Valerie, ebenfalls eine Autorin, die ich bis dahin nur von Facebook kannte. Das ist mit das Schönste an meiner Tour durch Teile Deutschlands, dass ich Kolleginnen aus der schreibenden Zunft treffen kann. Veranstaltungen wie Buchmessen kommen für mich aus mehreren Gründen leider nicht in Frage.

Wir tranken einen Kaffee und dann nahm Valerie mich mit auf eine Führung durch ihre Heimatstadt Lüneburg. Was soll ich sagen? Der Abstecher hat sich definitiv gelohnt! Es ist eine wunderschöne Stadt und ich hätte noch stundenlang da durchlaufen und gucken können. Da ich aber noch weitere 20 Kilometer vor mir hatte, verabschiedete ich mich schon bald und radelte um 15:30 weiter. Ich folgte dem Radweg bis Melbeck, bog dann auf Bienenbüttel ab, wo mich noch einige Anstiege erwarteten. Gegen halb sechs traf ich auf dem kostenlosen Wasserwanderrastplatz in Wichmannsburg ein. Bis auf eine Gruppe Frauen, die dort picknickten, war sonst nicht viel los. Die Damen gingen später noch in der Ilmenau schwimmen – was ich mangels Duschmöglichkeit auch tat – und verließen die Wiese dann. Abends war ich allein. Bis auf die nahe vorbeiführende Landstraße blieb es auch ruhig. Trinkwasser stand leider keines zur Verfügung, aber ich hatte noch genug dabei.

Morgen fahre ich noch einen Campingplatz in Bad Bodenteich an, danach bin ich auf Wildcampen beziehungsweise 1nitetent angewiesen, weil mein Budget nahezu aufgebraucht ist. Die mehr als 80 Euro, die ich auf dem Campingplatz an der Ostsee verbraucht habe, um auf die neue EC-Karte zu warten, fehlen mir jetzt. Geld gibt es erst kommenden Montag wieder. Die Monate September und Oktober werden brenzlig werden, weil ich im Juni und Juli kein Buch veröffentlicht habe. Längere Aufenthalte konnte ich mir einfach nicht leisten, um zu schreiben. Ein Teufelskreislauf und die Auftragslage im Mediendesign ist immer noch faktisch nicht vorhanden.

2 Gedanken zu „23. August 2022, Etappe von Bullendorf nach Wichmannsburg

  1. So schön, dass du da warst … gute Weiterfahrt und auf ein Wiedersehen in Lüneburg 🙂
    Hat mich echt gefreut, dich kennenzulernen.

    Valerie

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