25. August 2022, Etappe von Bad Bodenteich nach Groß Oesingen

Da die heutige Etappe mit knapp 36 Kilometern eher kurz ausfallen würde, konnte ich mir heute Morgen mit Frühstück und Packen Zeit lassen. So brach ich also – nachdem ich noch vor dem Zusammenlegen eine komplette Ameisenkolonie von meiner Zeltplane geschüttelt hatte – um halb elf Uhr auf. Die Route sollte mich zurück zum Kanal und daran entlang bis Hankensbüttel führen. Zwar war diese Strecke etwa 4 Kilometer länger, dafür aber flach und angenehm zu fahren.

Heute sah ich auch einige große Frachter auf dem Kanal schippern, zumeist mit Schüttgut wie Kies oder Sand beladen. Schiffe gucken geht ja immer bei mir, egal ob Frachtkahn oder Segelboot! Bis zum Hafen Wittingen kam ich gut voran, radelte durch das Hafenindustriegebiet zur Brücke und auf die L 244, der ich bis nach Hankenbüttel hinein folgte. Hier machte ich noch einmal eine längere Pause im Schatten. Auch heute knackten die Temperaturen die dreißig-Grad-Marke. Zudem war es recht schwül, trotzdem ein leichter Wind blies.

Bis Groß Oesingen lief der Radweg entlang der Landstraße mit gelegentlichen sanften Steigungen durch eine von Ackerbau – hauptsächlich Mais und Kartoffeln – geprägten Region, aber auch Wald gab es. Und überall sah ich Bäume, die am Vertrocknen waren. Braunes Laub, schlaffe Blätter … Traurig. Ob Alleebäume oder Parkbäume oder Büsche und Bäume in privaten Gärten, sie alle leiden unter dieser extremen Dürre in diesem Jahr. Die abgeernteten Felder sind ebenso trocken, eher Staubwüsten denn fruchtbare Äcker. Unsere Gesellschaft hat seit dem Krieg gnadenlos auf Pump gelebt, Konsum und Wohlstand um jeden Preis, das waren die einzigen Parolen, und das rächt sich jetzt bitter.

Von Groß Oesingen aus ging es nochmals 2 Kilometer durch den Wald bis zum Campingplatz Alte Wassermühle. Der, das stellte sich schnell heraus, eigentlich keine Touristen mehr annahm. Der Betreiber hatte auf reines Dauercamping umgestellt. Platz fand ich trotzdem und kann hier bis Sonntag bleiben, mehr gibt mein Budget gerade nicht her und das auch nur, weil ich hier 4,50 Euro pro Nacht bezahle, Duschen etc. ist gratis. Strom habe ich im Waschraum. Ab Sonntag soll sich das Wetter auch wieder bessern und ich hoffe, dass ich dann vor Gifhorn auf einem 1nitetent unterkommen kann. Dann könnte ich Montag in Ruhe die Stadt besichtigen und anschließend auf den Allerradweg fahren. Flüssig bin ich dann auch wieder, knapp wird es dennoch werden.

Mehr als neue Schuhe kann ich nicht kaufen, der Rest Geld – insgesamt knapp 300 Öcken – muss für den gesamten September reichen, wenn keine Aufträge kommen. Oktober sieht es noch schlimmer aus, eben, weil ich Juni und Juli keine Bücher veröffentlicht habe. Sollte ich den Winter über tatsächlich touren – eventuell Spanien – bräuchte ich andere Ausrüstung. Der Anhänger bleibt, weil ich ihn für die sperrigen Dinge benötige, aber er müsste leichter werden. Sprich: andere Satteltaschen müssen her. Die kosten so ab 200 Euro. Dann das Zelt. Meines ist super, aber für den Winter – auch im Süden – denkbar ungeeignet. Ein gutes Zelt für diese Jahreszeit kostet aber auch ab 400 Euro aufwärts! Das Fahrrad braucht andere Reifen und ich gute Trekkingstiefel, mit denen ich Wandern und Radfahren kann. Da sind Trekkingklamotten für den Winter noch gar nicht mit eingerechnet. Warme Schlafsachen zum Beispiel. Oder einen Winterschlafsack.

Ein Winterquartier von November bis einschließlich April wäre natürlich besser, denn das wäre ein halbes Jahr Zeit, um konzentriert zu arbeiten und finanziell wieder auf die Beine zu kommen.

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