01. September 2022, Etappe von Büchten nach Nienburg an der Weser

Heute vor genau einem halben Jahr bin ich in Sérignac-sur-Garonne zu der diesjährigen Radwandertour aufgebrochen. Da war ich noch optimistisch, dass es in diesem Jahr nicht so schlecht laufen wird, wie im vergangenen. Ich denke da an das Fiasko mit dem defekten Laptop und der über 4 Monate hinweg laufenden Sache mit der Rückerstattung des Kaufpreises. Da dachte ich wirklich, schlimmer geht kaum. Tja, und jetzt hatte ich zwar diesbezüglich keine Probleme – sieht man von der 60 Euro teuren Reparatur des Netzkabels im August und der 300 Euro teuren Reparatur des Fahrrades im Mai mal ab – dafür hatte ich heuer zu wenige Aufenthalte auf Campingplätzen, um schreiben zu können. Dazu kam noch, dass ich fälschlicherweise annahm, Zeltplätze außerhalb von Frankreich seien günstiger. Waren sie nicht. Die restliche Preisteuerungen nicht zu vergessen. Die Auftragslage ist weiterhin nahezu tot und ich weiß auch nicht, wie ich sie etwas ankurbeln könnte. Soziale Netzwerke sind nett, aber wirklich nützlich dafür nicht. Das hatte ich mit Facebook bereits als Autorin und Designerin erlebt. Bei den üblichen Jobportalen unterbieten sich die Designer gegenseitig auf Kundenfang. Das treibt den Preis für Aufträge noch mehr in den Keller. Viele glauben vermutlich, dass es dann die Masse schon richten wird, tut sie in der Regel nicht, denn ist man erst einmal in der Billigecke angelangt, bekommt man auch nur die „Geiz ist Geil“ Kunden. Und die bezahlen dann oft genug die Rechnung nicht.

Ein winterfestes Expeditionszelt

Genug gejammert, wenden wir uns der heutigen Etappe zu.

Die war nur mäßig spannend, weil ich nur an Straßen – mit und ohne Radwege – entlang gefahren bin. Fotomotive boten sich in Steimbke an der alten Kirche und am Zielort: Nienburg an der Weser. Hier gab es wieder schöne Architektur zu bewundern. Die Strecke verlief von Büchten über Gilten, Rodewald – wo ich eine längere Pause einlegte – und Stöckse. In Steimbke gab es eine Pizzeria direkt an der B 214. Kopfschüttelnd sah ich, wie sich tatsächlich Gäste auf diese Terrasse setzten und aßen, wo doch alle paar Sekunden ein Mehrtonner vorbeibrauste. Pizza mit Abgasen und Lärm inklusive? Bestimmt lecker.

Von da aus ging es auf dem Radweg die letzten 8 Kilometer nach Nienburg hinein. Am Kaufland vorbei gelangte ich schließlich in die Altstadt. Ich bummelte bis zum Spargelbrunnen, von da aus zur Weserbrücke und merkte mir die Stelle, an der ich morgen auf dem Weser-Fernradweg starten würde. Von da aus radelte ich auf die B 215, unterquerte die Gleise und erreichte mein Ziel in Erichshagen um 16:30. Auch hier wurde ich freundlich empfangen und durfte mein Zelt in einem großen schönen Garten aufschlagen. Toilette, Trinkwasser und Strom gab es obendrein. Morgen sieht es allerdings weniger gut aus: Keine Übernachtungsmöglichkeit zwischen Nienburg und Porta Westfalica. Der einzige Zeltplatz hat geschlossen und nimmt nur noch Dauercamper auf. In Stolzenau gibt es noch einen, der ist aber für mich zu teuer – 13 Euro – alle anderen bieten nur WoMo-Stellplätze oder liegen zu weit weg von meiner Strecke.

Da werde ich wohl das erste Mal in Deutschland wildcampen müssen. Vielleicht frage ich aber auch einfach an Siedlungen nach einem Plätzchen. In Frankreich klappt sowas immer ganz gut. Wenigstens das Wetter spielt mit. Noch. Sonne, leichter Wind und Temperaturen mit maximal 26 Grad sind ideal zum Radwandern. Die Nächte werden allerdings schon ziemlich frisch und mir fehlt das Geld, ein winterfestes Zelt zu kaufen.

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