02. und 03. September, Etappen von Nienburg an der Weser über Stolzenau nach Porta Westfalica

Mein Gastgeber war längst zur Arbeit gefahren, als ich um 9 Uhr aufbrach. Mein Ziel heute sollte Petershagen sein, wo ich hoffte, einen Schlafplatz irgendwo entlang der Weser zu finden. Ich radelte aber erst zurück nach Nienburg und legte eine längere Pause beim großen gelben M ein, weil ich Strom und WLAN noch nutzen wollte, da ich ja nicht wusste, wie mein Zeltplatz heute Nacht aussehen würde. Mittags fuhr ich weiter und auf den Weser-Radweg. Der führte, wie ich schnell feststellte, nur gelegentlich am Fluss entlang, sondern größtenteils über Straßen und durch Siedlungen. Streckenweise war es sogar nicht ganz ungefährlich, weil es oft genug keinen gesicherten Radweg gab, von Übergängen bei Brücken ganz zu schweigen. Dabei wird der Weserradweg als geeignet für Kinder bezeichnet. Stolzenau erreichte ich um 15:00, fuhr noch schnell zu einem Supermarkt, um Brot und Aufstrich zu kaufen. Dann begann das Rechnen. Ich hatte jetzt nur noch knapp 100 Euro für den gesamten Monat und der hiesige Campingplatz kostete 13 Euro. Einen 1nitetent Schlafplatz hatte ich erst wieder in Porta Westfalica. Wildcampen? Ich war zwar an einigen Schutzhütten und Picknickplätzen vorbeigekommen, aber die lagen direkt und gut einsehbar am Radweg beziehungsweise an der Straße. Das Risiko, da Ärger zu kriegen war mir zu hoch. Außerdem konnte da in Deutschland heftig teuer werden: Bis zu 500 Euro! Da klangen 13 Euro doch vernünftiger. Der Campingplatz befand sich nur wenige hundert Meter vom Radweg entfernt und war für Radwanderer gut geeignet, denn Strom gab es gratis und WLAN ebenso. Da ich so früh am Tag die Tour beendete, blieb mir genug Zeit, noch etwas Wäsche zu waschen. Von Hand, denn Geld für die Waschmaschine hatte ich keines übrig.

Morgen geht es weiter nach Porta Westfalica. Von da aus werde ich dem Weserradweg zwar noch bis Hannover Münden folgen, aber nicht, wie ursprünglich geplant, auf den Eder-Radweg wechseln. Weder an diesem noch am Lahnradweg gibt es 1nitetent-Plätze und die Campingplätze dort sind zu teuer. Meine erste Überlegung war, in Minden auf den Mittellandkanal zu fahren und anschließend dem Dortmund-Ems-Kanal und Rhein-Herne-Kanal bis zu Rhein zu fahren. Der Vorteil: Flach und zügig zu fahren, zudem kürzer. Aber: Ruhrgebiet. Keine Region, in die ich radeln möchte. Zudem käme ich dann wirklich weit aus der Richtung und von Minden weg sind es auch mindestens 2 Etappen ohne Unterkunft. Andere Optionen, wie beispielsweise über Paderborn und Lippstadt zu fahren, verwarf ich ebenfalls recht schnell. Nahm ich die Route mit den geringsten Steigungen, landete ich ebenfalls im Ruhrgebiet. Daher entschloss ich mich, auf der alten Strecke bis Hannover-Münden zu bleiben, von da aus aber nicht mehr einem Fluss zu folgen, sondern über Land bis nach Hanau zu radeln. Immer so, dass ich einen Schlafplatz finde. Die zu bewältigenden Höhenmeter halten sich in für mich vertretbaren Grenzen, soweit ich Komoot vertrauen kann. Auf die Art müsste ich etwa Anfang Oktober an der Dreiländerbrücke sein, über die ich dann nach Frankreich und auf den Eurovelo 6 wechseln kann.

2 Gedanken zu „02. und 03. September, Etappen von Nienburg an der Weser über Stolzenau nach Porta Westfalica

  1. Hi, bin heute erst zum Nachlesen gekommen. Tolle Tour. Wünschte, deine Finanzen wären besser. Bei mir sieht es in diesem Jahr auch nicht so großartig aus, ich habe all nicht notwendigen Ausgaben weitgehend gestrichen, außer ein paar dringende Renovierungsarbeiten.
    Alles Gute!

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