07. September bis 09. September, Etappen von Holzminden über Höxter nach Reinhardshagen

Von Holzminden aus hatte ich nur eine kurze Etappe nach Höxter. Mein Schlafplatz lag in der Nähe der Altstadt, sodass ich mir für die Route und die Besichtigung von Höxter Zeit nehmen konnte. Ich brach daher auch erst um 11 Uhr auf. Weil der Wetterbericht für morgen sehr viel Regen ankündigte, hatte ich mich dafür entschieden, auch diese Etappe kurz zu halten und nur bis zum nächsten 1nitetent-Platz in Wehrden zu fahren.

Höxter erreichte ich mittags und musste einige Umwege in die Altstadt in den Kauf nehmen, da der gesamte Stadtkern quasi eine einzige Baustelle war. Da war es gar nicht so einfach, gute Fotos zu machen. Bis um 15.00 blieb ich in der Innenstadt, dann fuhr ich die paar hundert Meter zu meiner heutigen Gastgeberin. Sie offerierte mir einen wirklich schönen – wen auch durch die Lage recht lauten – Platz in ihrem kleinen Garten, Zugang zu Toilette, Dusche und Strom inklusive.

Abends gab es ein heftiges aber kurzes Gewitter, die Nacht selbst blieb aber trocken. Dafür begann es am frühen Morgen heftig zu regnen, sodass ich die Zeltplane nass einpacken musste. Überhaupt stellte sich immer mehr heraus, dass dieses Modell keineswegs – wie vom Hersteller beschrieben – ein 3-Jahreszeiten-Zelt war. Es hielt zwar bei Regen dicht, aber die Plane trocknete nicht ab. Ob und Regen oder Feuchtigkeit von Hochnebel, das Wasser blieb als Perlen auf der Plane. Beim Auf- oder Abbau im Regen gelangt ebenfalls Wasser ins Innenzelt. Sollte ich wirklich auch im Winter noch unterwegs sein, muss auf jeden Fall ein anderes Zelt her. Ärgerlich, denn mit 230 Euro war es ja nicht unbedingt billig.

Um 10:00 befand ich mich wieder in der Altstadt und suchte mir diesmal ein anderes Café aus, wo ich neben Strom auch WLAN bekommen konnte. Vor 15:00 musste ich nicht losfahren und wollte die Zeit zum Arbeiten nutzen. Leider klappte das WLAN – mal wieder – nicht, aber Strom gab es immerhin. Mit 2 Tassen Kaffee und einer belegten Semmel verbrachte ich die nächsten Stunden am Laptop ungestört. Vorne an der Backtheke standen zwar die Kunden Schlange, aber im Gastraum war es ruhig und nur wenige Tische waren besetzt.

Um kurz nach 15 Uhr radelte ich los – der Regen hatte aufgehört – die Strecke bis Wehrden betrug nur 11 Kilometer. Gerade so vor dem nächsten Gewitter erreichte ich meinen heutigen Schlafplatz und baute das Zelt in einem schönen Bauerngarten auf. Toilette und Trinkwasser standen mir zur Verfügung, Strom leider nicht, aber ich hatte ja alles in der letzten Nacht aufgeladen.

Außer dem Blöken von einigen Schafen, die auf der Weide nebenan standen, verbrachte ich eine ruhige Nacht und brach um 09:00 wieder auf. Scheinbar hatte sich der Sommer nun endgültig verabschiedet, denn die Temperaturen blieben zwar noch im Wohlfühlbereich, doch das Wetter war nun unberechenbar wechselhaft und der morgendliche Blick auf das Wetterradar brachte nicht mehr viel. Die Umstellung von trockener warmer Luft auf kühlere feuchte war für mich gewöhnungsbedürftig.

Mein nächstes Ziel sollte der Campingplatz Weserterrasse etwa 10 Kilometer vor Hann. Münden sein. Mit 9 Euro und ohne Zusatzkosten für Dusche etc. war er günstig genug für mein schmales Budget. Je nach Wetter würde ich eventuell einen Tag bleiben, das wollte ich dann spontan entscheiden. Die heutige Etappe war wesentlich anstrengender mit ordentlich Anstiegen und kräftigem Gegenwind. Dafür bot der Radweg einen Ausblick auf eine wunderschöne Landschaft. In Reinhardshagen wechselte ich auf den R1, den Fuldaradweg, da der Weser-Radweg über die Weser auf die andere Seite des Flusses führte der Campingplatz aber auf dieser Seite lag. Bei einem Netto machte ich noch kurz Halt, Vorräte aufstocken. Bald muss ich für Obst auf Äpfel umsteigen, alles andere ist kaum noch bezahlbar für mich. Von hier aus waren es nur noch 2 Kilometer zum Campingplatz. Der letzte Kilometer ging – natürlich – hübsch bergauf. Diesmal bekam ich aber einen Zeltplatz, auf dem sich Radwanderer wohlfühlen konnten. Gepflegt, Gras und nicht weit zum Waschhaus, in dem ich auch Steckdosen zum Aufladen fand. Trinkwasser gab es direkt auf dem Platz. Einziges Manko: Kein WLAN und schlechtes Mobilfunknetz. Na ja, man kann nicht alles haben. Duschen ist schon mal toll. Und Strom. Ruhig war es auch.

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